Filmtipp: Ninja - Revenge Will Rise (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 28. Mai 2010 um 23:08 in Film
Kürzlich haben es ja mal wieder einige Vertreter des Genres Ninjafilm ins Kino bzw. in die Videotheken geschafft, und als alter Fan und Wurfsternschmeißer habe ich mir mal Ninja - Revenge Will Rise angetan, auch wegen den guten Kritiken, die ich gelesen hatte. Und Sho Kosugi in Ehren, wenn wir ehrlich sind, waren die 80er-Jahre Ninjafilme durchweg eher krude Kost, obwohl sehr kurzweilig und interessant. Es war halt ein neues Genre, Ninjas waren cool und geheimnisvoll, es gab plötzlich Ninjutsu-Schulen in Deutschland und man konnte sich in jedem besseren Kaufhaus Ninjaschwerter und Shuriken kaufen. Dann ebbte diese Welle ab und Ninjas tauchten nur noch sporadisch angedeutet in Form vermummter Meuchelmörder oder schwarz gekleideter Cyberwarrior auf.

Wie es jetzt zum Revival kam, entzieht sich meiner Kenntnis, jedoch muss ich sagen, dass die Filmemacher nicht viel dazugelernt haben. Warum ist es nicht möglich, einen guten, realistischen Ninjafilm zu drehen? Okay, weil in einem realistischen Ninjafilm keine Ninjas zu sehen wären, schließlich können die Jungs sich unsichtbar machen. Aber Spaß beiseite, ich finde es wirklich schade, dass es niemand hinbekommt, einen schönen, epischen, historischen Ninjafilm zu machen im Stil von Shogun oder Last Samurai. Die Geschichte eines Ninjaklans, die im Geheimen leben und wirken, sich den Kriegsfürsten verdingen und Spionage- und Mordaufträge ausführen, schöne Kulissen, alte Kostüme, epische Schlachten und realistische Kämpfe. Hach, werde ich so einen Film noch erleben?

Zurück zu diesem Ninjafilm hier. Der ist wirklich über die Maßen blöd, dass man sich fast Lee van Cleef zurückwünscht. Erstmal spielt er natürlich in der Gegenwart, wo Ninjaschulen ja eher selten sind, aber okay. Dass der Lieblingsschüler des Meistern ein Amerikaner ist, na gut. Dass der Klassenprimus natürlich dann eifersüchtig und böse wird und mal eben die Hälfte der Schüler inkl. einige der Lehrer (die es ja eigentlich draufhaben sollten) abmurkst und dann natürlich auch den Meister besiegt - puuh. Aber so

Filmtipp: Iron Man 2 (2010)

Geschrieben von Olaf Lux am Mittwoch, 19. Mai 2010 um 20:01 in Film
Warum war Iron Man eigentlich so erfolgreich, war es doch nichts weiter als ein weiterer Superheldenfilm in einer Zeit, in der es (fast) nichts anderes zu sehen gibt. Superman, Batman, Spiderman, Hulk, X-Men, Fantastic Four, Hellboy, Punisher, Blade, um nur einige zu nennen, von denen es bereits mehrere Ableger gibt. Dazu noch Daredevil, Catwoman, Spawn, Watchmen, Hancock, Spirit, Phantom, Elektra, Ghostrider….

Ich glaube, Iron Man war so erfolgreich, weil die Entstehungsgeschichte des Helden so cool war. Da ist dieser smarte aber doch fast unsympathische weil total eingebildete Waffenproduzent, der sich plötzlich in Gefangenschaft wiederfindet und sich dann diesen groben, coolen Kampfanzug schmiedet, um den Bösen den Arsch zu versohlen. Das kam irgendwie gut rüber.

Nur leider gibt es in Iron Man 2 keine Entstehungsgeschichte mehr, denn den Anzug, den Helden gibt es bereits, es ist sogar mittlerweile bekannt, wer dahinter steckt, und Robert Downey Jr. verkörpert diesen exzentrischen, völlig von sich eingenommenen Typen sehr treffend. Jetzt will das Militär ihn dazu zwingen, den Anzug rauszurücken, damit eine US-Armee von Eisenmännern erschaffen werden kann. Aber er will nicht. Er ist DER Iron Man, da soll’s keine anderen geben.

Aber Moment: da kommt dann Mickey Rourke ins Spiel, der Bösewicht des Films. Und siehe da, da haben wir auch wieder unsere coole Entstehungsgeschichte, nämlich die des Schurken, wie er sich seinen eigenen Anzug zusammenschraubt, um sich an Iron Man zu rächen, weil dessen Vater mit seinem Vater und Konkurrenz und ausgebootet und so weiter ist ja auch egal. Jedenfalls bringt Mickey Rourke ebenso viel Präsenz und Kraft auf’s Zelluloid wie unser Held, und die Kämpfe der beiden kommen auch ziemlich

Filmtipp: Robin Hood (2010)

Geschrieben von Olaf Lux am Mittwoch, 19. Mai 2010 um 19:43 in Film
Klassiker sterben nie aus, und so kann man sicher sein, in regelmäßigen Abständen Neuverfilmungen von Dracula, Tarzan oder Jesse James präsentiert zu bekommen, sei es als millionenschwerer Blockbuster, als trashiger B-Movie oder als Zeichntrickversion.

Hier trifft es nun mal wieder Robin Hood, den alten Sehnenzupfer, der König der Diebe, der es den Reichen nimmt, um es den Armen zu geben, die personifizierte Reichensteuer sozusagen. Und wie schon früher mit Douglas Fairbanks, Errol Flynn, Sean Connery oder Kevin Costner, übernimmt wieder ein ganz Großer seiner Zeit die Titelrolle – Russel Crowe. Und wie schon bei Gladiator, Ein gutes Jahr und Der Mann, der niemals lebte führt wieder Ridley Scott Regie – das bürgt schon mal für Qualität.

Vorab – der Film ist gar nicht so schlecht. Keine Helden in Strumpfhosen wie anno dazumal, keine Bryan Adams Musik zum kumpeligen Zeltlager wie bei Costner. Eher Gladiator im Mittelalter, dreckig, heftig, realistisch. Aber das ist auch das Manko - es wirkt ein bisschen wie Gladiator Teil 2. Optik, Aufbau, Charakterisierungen, alles geschickt bei sich selbst geklaut, der Herr Scott. Und betrachtet man Russel Crowe erkennt man kaum einen Unterschied in den beiden Rollen. Dennoch ist er überzeugend und sehr präsent, was auch der fantastischen deutschen Synchronstimme zu verdanken ist. Die weiteren Rollen der bekannten Namen der Sage (Little John, Bruder Tuck, Will Scarlet, Alan a’ Dale, der Sheriff, der König) sind allesamt passend klischeehaft gefüllt, Mark Strong als Fiesling, William Hurt als weiser Ritter und Max von Sydow als Sir Walter Loxley überzeugen noch am meisten in ihren Parts.

Was man dem Film zugute halten muss – er erzählt nicht die altbekannte Geschichte, sondern sozusagen die Vorgeschichte dazu, wie Robin Hood zum Gesetzlosen wurde. Was in anderen Verfilmungen nur angedeutet wurde, ist hier das Hauptthema, nämlich die Herkunft des Helden, sein Leben bevor er zum Forstwirt des Sherwood Forest wurde. Klar, eine Liebesgeschichte muss rein, also

Filmtipp: Der Mann, der niemals aufgibt (1977)

Geschrieben von Olaf Lux am Mittwoch, 5. Mai 2010 um 21:53 in Film
Als mein großer Bruder damals Ende der 70er seinen ersten VHS-Videorekorder hatte, gab es bei uns 3 Videokassetten. Eine davon wurde immer wieder mit dem aktuellen TV-Programm überspielt und war dementsprechend abgenudelt. Auf die beiden anderen hatte mein Bruder zusammen mit einem Kumpel vier zeitgenössische Actionkracher kopiert. Das war damals gar nicht so einfach, muss man wissen. Nicht mal eben einloggen und bei Emule runterladen. Oder die DVD online ausleihen und eine „Sicherungskopie“ brennen. Nein, man musste das 10kg schwere Gerät zu einem Kumpel schleppen, der ebenfalls einen Videorekorder besaß und dann mittels eines sündhaft teuren Überspielkabels den Film in Echtzeit duplizieren. Das war natürlich ebenso verboten wie Raubkopien heute. Nur wurde damals noch nicht mit 5-jährigen Haftstrafen gedroht. Nach wie viel Monaten kommen Kinderschänder noch mal auf Bewährung raus, um ihren neuen Job im Kindergarten anzutreten? Ich schweife ab…

Also da waren diese 2 heiligen Kassetten mit dem Besten, was die Videothek damals zu bieten hatte: Rocky, Convoy, Mad Mex – The Blackfighter und…..Der Mann, der niemals aufgibt. An diesen Titel erinnerte ich mich nun im Rahmen einer Clint Eastwood-Retrospektive und war sehr erfreut, dass man ihn auf DVD leihen konnte. Und trotz meiner eher negativen Erfahrungen mit den Helden der Vergangenheit, freute ich mich darauf, diesen alten Schinken mal wieder zu sehen.

Was soll ich sagen – ruckzuck war ich wieder drin und konnte teilweise die Dialoge wieder mitsprechen. Tja, bei nur 4 Filmen, die man nahezu täglich geschaut hat, wurden schon einige Synapsen bleibend geprägt. An eines konnte ich mich allerdings nicht mehr richtig erinnern: wieso einem als Jugendlichem nicht auffällt, wie unlogisch dieser Film ist.

Ich meine, die Story ist ja nicht so ungewöhnlich: ein Bulle soll einen wichtigen Zeugen abholen und zum Gericht bringen. Der Zeuge stellt sich als hübsche Blondine heraus, die unserem Helden natürlich (anfangs) das Leben schwer macht. Dann tritt der

Filmtipp: Gesetz der Rache (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Samstag, 1. Mai 2010 um 12:31 in Film
Was macht ein Familienvater, der erst mit ansehen muss, wie Frau und Kind ermordet werden, und anschließend eröffnet bekommt, dass die Staatsanwaltschaft mit dem Haupttäter einen Deal gemacht hat, um den Mitläufer sicher einzulochen?

Richtig, er schickt ein Gebet an Charles Bronson und nimmt die Justiz selbst in die Hand. Heraus kommt ein politisch völlig unkorrekter Actionthriller namens Gesetz der Rache, in dem Gerard Butler einmal mehr beweist, dass er der bessere Clive Owen ist. Natürlich gibt so ein Stoff nicht allzu viele Möglichkeiten, sich einen Schauspiel-Oscar zu verdienen, aber allein sein Auftritt bei der eigenen Gerichtsverhandlung lässt einen vom Sofa aufspringen und jubeln. Jamie Foxx als zwiespältiger Staatsanwalt hat leider auch wenig Plattform für Außergewöhnliches, dafür ist es schön Colm Meaney mal wieder ohne Starfleet-Uniform in Aktion zu sehen.

Gesetz der Rache ist spannend und blutig, der Held geht nicht zimperlich um mit seinen Opfern und es wird gerade soviel nicht gezeigt, um die FSK16 zu behalten. Jigsaw selbst hätte seine Freude dran. Dass er seine Vergeltung dann auf alle an dem Prozess Beteiligten ausweitet, ist zwar etwas krass und schlecht nachvollziehbar, aber hey – das ist Film, der darf das. Und dass man sich permanent fragen muss, wie er das nun überhaupt gemacht hat, wo er doch gerade selbst in U-Haft sitzt, gibt dem

Filmtipp: Das Königreich der Yan (2008)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 30. April 2010 um 20:03 in Film
Ein bisschen auf der Welle neuerer erfolgreicher Hongkong-Epen à la Tiger&Dragon, Hero oder Red Cliff surfte Das Königreich der Yan in meinen DVD-Player in der Hoffnung, sich lange genug über Wasser zu halten, ohne sogleich in der Versenkung zu verschwinden.

Leider gelingt es dem Film aber nicht vollkommen auf Kurs zu bleiben, obwohl mit Donnie Yen ein bekannter und charismatischer Vertreter der Kung Fu-Kunst für gehörigen Auftrieb sorgt, der den Film zuweilen sogar bis in den Himmel hebt.

Ansonsten geht es mal wieder um irgendeinen Bürgerkrieg irgendwelcher verfehdetden Häuser, was sich in ansehnlichen Schlachten und hinterlistigen Intrigen darstellt, die man so oder besser bereits in Red Cliff gesehen hat. Erfrischend jedoch die Story um die unvermittelt zur Herrscherin berufene kleine knuffige Prinzessin, die jetzt plötzlich ihren Karateka stehen muss und sich auf einmal allein im Wald mit einem mysteriösen (aber attraktiven) Heiler und Erfinder wiederfindet, der ihr nicht nur das Leben rettet, sondern auch noch den Kopf verdreht…

Insgesamt ein durchschnittlicher, unterhaltsamer Eastern mit gewohnt spektakulären Kämpfen und schönen Landschaften, der jedoch an die wirklichen Größen des Genres (s.o.) nicht heranreichen kann. Es gibt aber durchaus schlechtere Filme.

Filmtipp: Zombieland (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 30. April 2010 um 19:52 in Film
Woody Harrelson stellt sich in den Eingang eines Supermarktes, greift nach hinten und holt eine abgesägte Schrot….nein, er holt ein Banjo hervor!? Und beginnt darauf zu fiedeln, bis der erste Zombie hungrig um die Ecke lugt und auf ihn zustürmt. Woody rennt ihm entgegen, holt mit dem Banjo aus und POFFF, spritzt das Zombiehirn durch den Laden. Na, wenn das nicht der Zombiekill-of-the-week war…

Nein, der Zombiekill-of-the-week ging diese Woche bereits an Mrs. Cynthia Knickerbocker und ihre Klavierfalle! Tadaa!!!

So ungefähr muss man sich Zombieland vorstellen, die köstlichste Zombiekomödie seit Shaun of the Dead. Nachdem die Menschheit durch BSE-verseuchte Hamburger zu mordenden Bestien mutierten, versuchen die letzten Überlebenden…naja, zu überleben eben.

So auch Jesse Eisenberg, ein unscheinbarer Student mit RDS, der nur aufgrund seiner selbst erfundenen Regeln so lange überlebt hat. Z.B. Regel #1: körperliche Fitness

Ein fetter Junge rennt über ein Footballfeld, ein Zombie hinter ihm her. 30, 40, 50 yards, da kann er nicht mehr, der Zombie holt ihn kurz vor der Endzone ein und Touchdown!!! Das sind 6 Punkte und 200 Pfund frisches Menschenfleisch für die Untoten…

Die wirklich gelungene Komödie weiß hervorragend zu unterhalten, in lustigen Rückblicken und

Filmtipp: Returner (2002)

Geschrieben von Olaf Lux am Samstag, 20. März 2010 um 13:07 in Film
Also, mal wieder ein japanischer Film. Hmm, ein Science Fiction. Anleihen bei Matrix, Terminator, E.T., Independence Day, sagen alle anderen. Egal, man kann ja nicht immer Pech haben...

Aber was heißt hier Pech, immerhin spielt Takeshi Kaneshiro mit, der japanische Orlando Bloom, der uns schon in Red Cliff sehr beeindruckte. In Returner - Kampf um die Zukunft ist er noch ein bisschen jünger und hübscher, und mindestens ebenso fotogen und präsent wie im epischen Red Cliff. Und als einziges bekanntes Gesicht trägt er den Film mühelos durch die meist rasante Hatz auf Gangster, Aliens und vorlaute Mädels aus der Zukunft.

Zum Plot und zur Story will ich gar nicht viel erzählen (siehe Anleihen oben), dennoch löst sich Returner weit genug von den Vorlagen ab, um eine eigene, interessante Geschichte zu erzählen. Schon dadurch, dass das Ufo mal nicht im mittleren Westen der USA landet, sondern in Japan, bieten sich ganz andere Möglichkeiten des Erzählens, die für sich natürlich wieder ausgesprochen klischeehaft sind, aber für uns Westler dennoch wohltuend anders rüberkommen. Und als Hauptfigur letztlich ein junges aber toughes Mädchen zu wählen anstatt eines Elite-Ninja-Einzelkämpfer-Soldaten - angenehm anders.

Die Optik ist passabel, die Effekte ganz okay, die Action gewohnt spektakulär, Explosionen, Schießereien, Martial Arts halten sich die Waage, dazu einige skurrile Ideen und eine zigarrenrauchende Ass-Kick-Oma, genug um 2 Stunden zu unterhalten ohne

Filmtipp: Watchmen – Die Wächter (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Sonntag, 27. September 2009 um 20:28 in Film
Ein Superheldenfilm - na toll! Mal was ganz neues.

Ehrlich gesagt kann ich es nicht mehr sehen. Jeder, aber wirklich jeder Superheld wird in sein buntes Kostümchen gesteckt und vor die Kamera gezerrt, selbst so lächerliche Figuren wie Thor, Wonder Woman oder Grüne Laterne kriegen ihren Blockbuster - und die Leute gehen auch noch scharenweise rein, so dass die Filmbosse glauben Oho, Superhelden-Filme sind total beliebt, da müssen wir noch mehr von machen! Also können wir sicher sein, in den nächsten Jahren weiterhin mit Comic-Verfilmungen genervt zu werden, schließlich gibts ja noch Elastoman, Phantom Lady und Oskar die Supermaus. Und und und...

Dann kam Watchmen.

Was soll ich sagen - neben Sin City und 300 einer der besten Comic-Verfilmungen überhaupt. Doch wo erstere durch ihren Stil und die ausgefallene Präsentation glänzten, wirkt Watchmen durch seine total abgedrehte, geniale Story. Und natürlich durch die Superhelden - die eigentlich gar keine sind...

Ohne zuviel zu verraten: wie die Helden in Watchmen portraitiert werden ist schlichtweg brillant. Ebenso die visuelle Darstellung, die zwischen unfreiwillig komisch und absichtlich abgekupfert schwankt, dabei nicht selten die Grenzen der Karikatur austestet und manchmal sogar überschreitet. Die Super-Fähigkeiten halten sich dafür angenehm zurück - natürlich. Vom Großen Schlumpf mal abgesehen, aber dazu später. Dazu genug futuristische Gadgets, um den visuell Fixierten etwas zu bieten, genug knappe Latex-Suits, um den sexuell Fixierten zu befriedigen und genug ansehnliche Spezial-Effekte für das dicke Ende...ääh...große

Filmtipp: Ice Age 3: Die Dinosaurier sind los 3D

Geschrieben von Olaf Lux am Donnerstag, 16. Juli 2009 um 19:02 in Film
Ice Age 1 + 2 waren ja ganz kurzweilig, wieso also nicht auch den dritten Teil anschauen, noch dazu, wo es ihn als 3D-Version gibt. Schließlich hatte mein Kollege Olaf so davon geschwärmt. Also auf einem Mittwochabend ins nächste Kinoplex. Hmm, ziemlich viel los hier für einen Mittwochabend. Am Schalter schaut mich eine junge Dame fragend an, ich sage:

Ice Age 3D bitte!

Sie schmunzelt.
Wann denn? fragt sie mich süffig.

Äh, jetzt vielleicht? 19Uhr?

Sie grinst breit.
Und wieviele Karten? Sie muss beinahe lachen.

Vier!? sage ich knapp.

Sie lacht laut, ruft ihre Kollegen zu sich, man zeigt mit dem Finger auf uns und haut sich auf die Schenkel.

Langer Schreibe kurzer Sinn, der Film war total ausverkauft, 3 einzelne Plätze hätte ich noch haben können, ebenso die Vorstellungen um 21 und 23 Uhr. Wir haben das ganze dann um eine Woche verschoben und rechtzeitig vorbestellt.

Und ich muss jetzt sagen - ich kann es verstehen. Den Film in 3D zu sehen ist eine fantastische Filmerfahrung, die ich nur empfehlen kann. Warum sollte man sich den Film normal anschauen, wenn man ihn in dieser einmalig plastischen Version sehen kann? Vom

Filmtipp: JCVD (2008)

Geschrieben von Olaf Lux am Mittwoch, 8. Juli 2009 um 13:24 in Film
Also, der Trailer hat wirklich neugierig gemacht. Ein Film über Jean-Claude Van Damme mit Jean-Claude Van Damme? Was mag das sein? Was passiert, wenn man aus einem Action-Star einen ganz normalen Typ mit Familien- und Finanz-Problemen macht? Ein bisschen biografisch, ein bisschen übertrieben, ein bisschen augenzwinkernde Selbstironie - das könnte wirklich ein unterhaltsamer Film werden.

Ist er dann auch tatsächlich geworden, obwohl JCVD viel von seinem Potential verschenkt. Das liegt aber keineswegs an Van Damme, die hier m.E. die beste schauspielerische Leistung seiner Karriere gibt. Allerdings muss ich zugeben, seine letzten Filme gar nicht zu kennen. Ich unterstelle einfach mal, dass alles nach Double Team in etwa auf diesem Niveau geblieben ist. Aber wer weiß...

Ich war Teenager, als ich Jean-Claude Van Damme zum ersten mal als Bösewicht in Karate Tiger gesehen habe. Ungefähr 25 mal, denn damals schaute man sich Filme jede Woche wieder an, weil die Auswahl gering war und man halt das ansah, was der große Bruder da hatte. Bloodsport war dann ein Jahr lang mein Lieblingsfilm, und in der Folgezeit schaute man alle Filme mit Jean-Claude Van Damme - genauso wie alles von Schwarzenegger, Stallone oder Seagal. Man war jung und hatte das Geld...

Irgendwann hieß es dann aber, Filme mit Jean-Claude Van Damme sind blöd. Und ebenso die Streifen von Seagal, Stallone und Schwarzenegger. Na gut, die von Arnie hat man trotzdem noch geschaut, weil es teure Blockbuster waren. Aber Jean-Claude Van Damme galt plötzlich als Karateka non grata - aber ich glaube nicht, dass das unbedingt am Schauspieler lag. Ich selbst

Filmtipp: Brother (2000)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 26. Juni 2009 um 13:04 in Film
Eigentlich wollte ich eine eher negative Kritik über Brother schreiben, denn der angeblich geniale aber brutale Action-Thriller entpuppte sich eher als Schnarchnummer mit zwar interessanten Bildern und ungewöhnlichen Erzählstrukturen, doch er war alles andere als genial und brutal.

Allerdings recherchiere ich immer ein bisschen, bevor ich eine Rezension starte, und so stutzte ich, als ich auf Wikipedia die Inhaltsangabe überflog. Da findet man Sätze wie er tötet alle, sie erschießen alle Mexikaner, sie ermorden ohne Zögern alles, was ihnen in die Quere kommt. Hmm, von all dem nichts im Film gewesen. Dann noch Szenen wie sein Bruder begeht Seppuku oder er beweist seine Loyalität, indem er sich selbst sein Gehirn wegschießt. Auch davon nichts im Film.

Es stellte sich heraus, dass es wohl 2 deutsche Fassungen gibt - eine FSK 16 (die ich leider erwischt habe) und eine Original-Fassung "für Männer". Tja, da ich leider das Original nicht kenne, beschränkt sich meine Kritik hier nun auf die geschnittene Fassung, und die ist - laangweilig. Was soll man auch erwarten, wenn in einem Actionfilm fast sämtliche Action herausgeschnitten wurde. Dabei hat man das aber so geschickt gemacht, dass man es gar nicht merkt und den Film so eigentlich nur einschläfernd findet. Ich meine, in anderen Filmen merkt man die Schnitte und Sprünge, da stürmen welche in ein Zimmer und plötzlich liegen 3 Leichen rum. Das ist manchmal direkt sinnentstellend und blöd. Aber bei Brother haben sie gleich komplette Szenen (19min kürzer!) geschnitten, das fällt dann natürlich nicht auf. Man wundert sich vielleicht, warum eine Person plötzlich nicht mehr dabei ist, oder wieso alle so ängstlich sind, wo die Gangster doch eigentlich ganz nett sind und nur Baskettball spielen. Aber man schiebt das auf die eigenwillige Regie und Darstellung Takeshi Kitanos, der ja für stoische aber

Filmtipp: Star Trek (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Mittwoch, 20. Mai 2009 um 21:45 in Film
Ich kenne Star Trek. Nicht nur ein bisschen, ich kenne alles - jeden Film, jede Folge. Ich weiß alles über Kirk, Spock, die Enterprise, die Klingonen und die Sternenflotte. Ich weiß, wer wo wann mal einen Gastauftritt hatte, wer wann wo gestorben ist und warum. Ich weiß, auf welchem Deck die Krankenstation ist, wie das Verhältnis von Materie-Antimaterie in der Dilithiumkammer sein muss und dass den Scotch laut Chekov zwei alte Ladies in Leningrad erfunden haben.

Und nun setzt man mir einen Film vor, nennt ihn einfach nur Star Trek, und sagt: wir fangen einfach mal neu und von vorne an. Hmmmm, dachte ich mir, und war skeptisch. Sicher wäre es ungemein interessant zu sehen, wie sich Kirk und Spock und die anderen Helden meiner Jugend wirklich kennengelernt haben, wie sie sich durch die Sternenflottenakademie kämpfen, um schließlich auf dem Raumschiff Enterprise zusammenzufinden und all die Abenteuer zu bestehen, die ich so in- und auswendig kenne. Aber...

...au weia, das kann ja nur in die Hose gehen. Wenn da nicht ein enthusiastischer Star Trek-Fan rangeht, wird das nix. Schließlich gibt es den Star Trek-Kanon, und jede Abweichung dazu ist meines Erachtens doof. Wenn in der Serie Spocks Vater Sarek heißt, wäre es doof, ihn nun Horst zu nennen. Und Uhura ist nun mal eine dunkelhäutige Schönheit, und ich fände es doof, wenn es plötzlich ein blasser Norweger mit Bart wäre (ich sag nur Starbuck aus Battlestar Galactica). Diese hunderten kleinen Details kennen die Fans nun mal, und es wäre wirklich schade, wenn eine Neuinterpretation von Star Trek dies

Klassiker: Outland - Planet der Verdammten (1981)

Geschrieben von Olaf Lux am Dienstag, 7. April 2009 um 17:30 in Film
Tja, während Snake Plissken (s.u.) sich noch auf der Erde mit New Yorks Gesocks herumschlägt, kriegt es Sean Connery im gleichen Produktionsjahr mit ähnlich üblen Typen auf dem Jupitermond Io zu tun. Bei der dortigen Bergbaustation war nämlich die Stelle des Marshals frei, und nun schlägt er sich mit dubiosen Drogenhändlern herum, deren neuestes Produkt so fröhlich macht, dass man auch schon mal ohne Raumanzug einen Spaziergang an der frischen Luft versucht. Und da das eher ungesund ist, die Stationsleitung jedoch sämtliche Vorfälle als normale Kollateralschäden herunterspielt, sieht sich unser Space-007 plötzlich allein einer korrupten Übermacht gegenüber. Der Stationsleiter bietet ihm noch großzügig eine kleine Augenschließ-Abfindung an, doch Sean Connery hat damit 2 Probleme: erstens ist er ein grundehrlicher Kerl und zweitens wurde er gerade von Frau und Kind verlassen, hat also eine Scheißlaune - und da kommen doch so 2 Profikiller, die man auf ihn ansetzt gerade richtig, um Dampf abzulassen...

Outland wird ja gemeinhin als High Noon im Weltall betitelt, und eine Reihe Parallelen kann man ihm wirklich nicht absprechen, auch wenn der Film nicht in Echtzeit erzählt wird. Dennoch ist das Thema im Prinzip das Gleiche: einsamer Marshal gegen eine Übermacht an Gangstern, die um eine bestimmte Zeit ankommen - und niemand, der ihm hilft. So wird in Outland die Ankunft der Killer mit einer rückwärts laufenden Uhr dramatisiert, und westernlike sind alle mit Schusswaffen ausgestattet statt mit Strahlenpistolen. Was fehlt ist ein ähnlich eindringlicher Soundtrack, aber das hätte nicht zu Set und Look gepasst, der sich eher an Alien orientiert mit seinen funktionalen, technisierten Räumlichkeiten. Nicht zu vergessen

Klassiker: Die Klapperschlange (1981)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 27. März 2009 um 21:12 in Film
Schaut man sich heute Die Klapperschlange an, ist es natürlich ein in die Jahre gekommener Actionfilm mit veralterten Effekten, biederen Actionszenen und überholter Zeitspur, denn die Handlung spielt in 1997, was natürlich fernste Zukunft war, als der Film in die Kinos kam. Dennoch ist die Idee mit Manhattan als riesigem Gefängnis natürlich zeitlos cool und angesichts gleichbleibend hoher Kriminalitätsrate immer noch aktuell und durchaus nachvollziehbar. Die Klapperschlange hat in Stil, Look und Tenor Genre-Klassikern wie Running Man oder Blade Runner den Weg geebnet, sich gleichzeitig aber auch vor Dystopien wie Soylent Green oder I am Legend verbeugt.

Nenn mich Mike - Stuntman Mike!
Außerdem wartet John Carpenter eine beeindruckende Besetzungsliste auf - allen voran sein Lieblingsheld Kurt Russell als Snake Plissken. Dieser Name allein ist doch Kult. Dazu der ultracoole Look mit Augenklappe, eng anliegendem Outfit und Schlangentattoo - so werden Action-Ikonen geboren. Dazu noch Lee Van Cleef als zwielichtiger Militär, der das gewisse Etwas zwischen Arsch und Mentor treffend verkörpert. Nicht zu vergessen Carpenters Lieblingsriege mit Donald Pleasence als Präsident, Tom Atkins, dem Chuck Norris unter den B-Movie-Helden, Harry Dean Stanton als Brain, Ernest Borgnine als Cabby und Adrienne Barbeau, die nie draller war. Isaac Hayes als Bösewicht war ein Versuch, aber nicht die beste Wahl, dafür bringt der völlig unbekannte Frank Doubleday als Kinski-Klon die nötige Psychopatie mit, um sehr präsent zu wirken. Als Carpenter-Fan erinnert man sich natürlich daran, dass eben dieser Frank Doubleday den Gangleader in Das Ende verkörpert hat, der kaltblütig das kleine Mädchen hinrichtet. Ein Unsympath allererster Güte halt...
Gestatten, Kinski Harkonnen


Überhaupt klaut Carpenter prima bei sich selbst, wenn er die wilden Gangsterhorden durch Fenster, Türen und Wände

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