Filmtipp: Inglourious Basterds (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Sonntag, 20. September 2009 um 17:39 in Film
Während des zweiten Weltkriegs formiert der von Indianern abstammende Lt. Aldo Raine eine alliierte jüdische Spezial-Einheit, die im okkupierten Frankreich guerillamäßig jeden Nazi killt, der ihr über den Weg läuft. Dabei gehen sie brutal und rücksichtslos vor, skalpieren ihre Opfer und lassen wenige mit in die Stirn geschnitzten Hakenkreuzen laufen, um in der deutschen Truppe Angst und Schrecken zu verbreiten.

Als sie davon erfahren, dass in einem Kino in Paris der neueste Propagandafilm Joseph Goebbels' gezeigt werden soll, beschließen sie, während der Premiere das Kino mit allen hochdekorierten Gästen und Offizieren in die Luft zu sprengen. Dabei ist ihnen jedoch stets der "Judenjäger" genannte SS-Standartenführer Hans Landa auf den Fersen...


Soweit zur Handlung in Kürze. Jeder andere amerikanische Regisseur hätte sich nun einen Hollywoodstar gesucht, der den Aldo Raine spielt, eine handvoll kerniger, bekannter US-Nebendarsteller (einen großen mit Bürstenschnitt, einen Schwarzen, einen jungen, der zuviel redet und einen etwas schüchternen mit Brille), die die Basterds heroisch verkörpern, dazu jede Menge unbekannte, blonde Darsteller für die Nazis, die überzeugend "Halt!" "Heil Hitler!" und "Schweinehund!" bellen können - und los gehts...

Nicht so Quentin Tarantino. Und bereits hier möchte ich meinen tiefen Respekt auch vor dem Mut des Meisters bekunden, für den ausgefeilten, absolut überzeugenden Cast, den er hier zusammengetragen hat. Da werden natürlich sämtliche Deutschen von deutschsprachigen Darstellern gespielt und französische Rollen mit Franzosen besetzt. Und ich spreche hier nicht von unwichtigen Nebenrollen, sondern von tragenden Haupt- und markanten Nebenrollen. Und mit Brad Pitt als Aldo Raine stellt Tarantino so nebenbei sicher, dass auch das amerikanische Publikum sich dem Film nicht vollkommen entziehen kann, denn Brad Pitt ist und

Filmtipp: Australia (2008)

Geschrieben von Olaf Lux am Donnerstag, 11. Juni 2009 um 00:28 in Film
Hmm, man stelle sich einen Film namens Amerika vor, in dem es fast 3 Stunden nur darum geht, ob der smarte Cowboy Brad Pitt die spröde aber hübsche Großgrundbesitzerwitwe Sandra Bullock am Ende bekommt, und ob der böse Rinderbaron Donald Sutherland am Ende seine gerechte Strafe erhält, weil er halt böse ist. Ansonsten zeigt man, wie Rinder durchs Land getrieben, Indianer diskriminiert und ein kleiner Hafen samt Stadt weit weg von Pearl Habour von den Japanern zerbombt werden. Hmm, klingt etwas dünn, oder?

Und genau das ist Australia - ein 166min langer Outback-Liebes-Kriegs-Drama mit schönen Landschaftsaufnahmen und einer etwas dünnen Story. Statt den o.g. Stars sehen wir Nicole Kidman und Hugh Jackman als Anschmachtpärchen, den fiesen Bryan Brown (der am Ende seine gerechte Strafe bekommt), Rinder, die durchs Land getrieben, Aborigines, die diskriminiert und ein kleiner Hafen nebst Stadt, die von Japanern zerbombt werden. Ihr seht, worauf ich hinaus will...

Der Film ist schon unterhaltsam und an gewissen Stellen auch spannend - leider liegt das eher selten an den
Messer? Das ist doch kein Messer...
Hauptdarstellern, sondern vielmehr an den hervorragenden Darstellern der Aborigines, allen voran der kleine Brandon Walters, der als Erzähler regelrecht den Film auf seinen zarten Schultern trägt, und natürlich Legende David Gulpilil, der durch seine stoische Art schon in Crocodile Dundee oder Long Walk Home beeindruckte. Das bei Australia nur angedeutete Problem der Mischlingskinder wurde dort übrigens wesentlich tiefer und aufwühlender beleuchtet.

Was auf die Dauer wirklich etwas nervt, ist dieses Musikthema "Somewhere over the Rainbow", das nicht nur gekünstelt, sondern auch total kitschig rüberkommt. Ansonsten lebt der Film natürlich vom "sexiest man alive", der mal

Filmtipp: Alatriste (2006)

Geschrieben von Olaf Lux am Montag, 29. Dezember 2008 um 20:13 in Film
Ok, nach Herr der Ringe kannte jedermann Viggo Mortensen, und da er ja gerade noch geübt im Führen der Klinge war, dachte man sich wohl, es wäre eine prima Idee ihn für diesen spanischen Historienfilm als Zugpferd zu casten. Nun, es hat geklappt, denn wir haben uns den Film angesehen - eigentlich nur wegen Viggo (Gerüchte, meine Frau habe etwas mit dem Ausleih dieses Streifens zu tun, sind maßlos übertrieben, sie hat einen hervorragenden Filmgeschmack und steht viel mehr auf Hugh Jackman).

Nun also Alatriste, ein flämischer Soldat, Capitan genannt wohl eher aus Respekt als aus Reputation, doch ein echter Haudegen, dem keine Schlacht zu blutig, kein Auftrag zu gewagt und kein Sold zu gering ist. Und hier liegen die Stärken des Films, der angeblich zu den teuersten spanischen Filmen überhaupt zählt - in der realistischen Darstellung des Krieges und der Kämpfe der 17. Jahrhunderts. Da ist nichts elegant, da ist nichts schön und nett anzuschauen. Das ist brutal, dreckig, Mord und Totschlag. Da dauert die Belagerung einer Stadt halt wirklich 1 Jahr. Und man ist irgendwie angewiedert und fasziniert zugleich. Und so bringt Viggo auch nach jeder Schlacht ein paar neue Narben und Schmisse mit nach Hause.

Neben den Kriegsszenen verliert sich die Literaturverfilmung nun in undurchschaubaren politischen Intrigen und Machenschaften, gepaart mit Kungeleien und Sexkapaden derer bei Hofe, doch irgendwie springt der Funke nicht über. Die Schauspieler sind zwar durchweg gut und sehenswert, dennoch ist der Plot viel zu umfangreich, um von einem bekannten Gesicht allein getragen zu werden. Dazu vergehen während des Films mehrere Jahrzehnte, die man außer dem zum Mann gereiften Schützling Viggos und dessen Liebster niemandem ansieht. Das wirkt etwas komisch. Auch dass sich die Männer von teils

Klassiker: Zeit des Erwachens (1990)

Geschrieben von Olaf Lux am Samstag, 8. November 2008 um 14:18 in Film
Das Ergreifende an Zeit des Erwachens ist die Tatsache, dass es wirklich so ähnlich passiert ist. Dass es Menschen gab, die Jahre, Jahrzehnte lang im eigenen Körper gefangen waren, ohne sich der Umwelt mitteilen zu können. Lebendig begraben im eigenen Gehirn. Eine gruselige Vorstellung.

Eine beeindruckende Vorstellung Robert De Niros, der sich wie gewohnt lange mit den Tatsachen der Erkrankung vertraut gemacht hat und die Bewegungen und Haltungen wirklich Betroffener erschreckend authentisch nachahmt. Doch auch die anderen Darsteller der Patienten sind durchweg überzeugend, und die Vorstellung, in solch einem Krankenhaus Dienst zu tun, weckt dann doch klaustrophobische Gefühle aus. Man kann daher Robin Williams als Neuling unter der Ärzteschaft wirklich gut verstehen und nachvollziehen, warum es ihm anfangs so schwer fällt, mit den Patienten umzugehen. Er stellt den typischen Wissenschaftler-Geek dar, der zwar als Arzt promoviert hat, sich danach jedoch ausschließlich mit Forschung beschäftigt hat. Und nun sieht er sich mit echten Menschen, echten Patienten konfrontiert - die auch noch zu den Schwerstfällen überhaupt zählen. Eine wirkliche Herausforderung für einen schüchternen, in sich gekehrten Einzelgänger...

Zeit des Erwachens besticht durch eine hervorragende Regie, einer überzeugenden Ausstattung und dem genialen Spiel Williams' und De Niros. Und durch die Balance von hell und dunkel, von Humor und Drama, die sich durch den gesamten Film

Klassiker: Birdy (1984)

Geschrieben von Olaf Lux am Montag, 1. September 2008 um 19:23 in Film
Warum werden solche Filme eigentlich nicht mehr gemacht? Filme mit zeitlosem Charme, mit unalbernem Witz, mit packenden Szenen. Filme über Menschen, über echte Freundschaft, über tiefste Gefühle.

Obwohl ich Birdy von Alan Parker seit Jahren nicht mehr gesehen hatte und mich auch nicht mehr ganz an die Handlung und vor allem das Ende erinnern konnte, wusste ich dennoch, dass es ein fantastischer Film war, einer der Lieblingsfilme meiner Jugend. Und Szenen wie Birdys Flug, sein blutiger Schrei oder der Blick zum Fenster waren nach wie vor in meinem Gedächtnis eingebrannt, ebenso wie ein vermullter Nicolas Cage, der seinen gebrochenen Freund Matthew Modine weinend im Arm hält - Gänsehautszenen.

Nicolas Cage bevor er ein Star wurde, im ganzen Film von einem dicken Verband vermummt und mit schrecklich schiefen Szenen - er war nie besser. In The Rock war er souveräner, in Face Off cooler - aber diese Rolle war und ist für mich sein Meisterstück. Ok, Wild at Heart, aber da begann er leider schon zu overacten. Ganz anders Matthew Modine, der den Birdy spielt wie ein junger Schauspielgott. Mein Gott, wie brillant unschuldig, wie ergreifend, wie echt. Matthew Modine, wo bist du nur geblieben, während Nicolas Cage seine Zähne und seine Gagen richtete? Ok, in Full Metal Jacket zeigte er erneut sein Können und auch Short Cuts war toll. Aber ein Star wurde

Filmtipp: Zodiac – Die Spur des Killers (2007)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 27. Juni 2008 um 21:21 in Film
Es muss nicht immer von Nachteil sein, wenn man bei einem Film voreingenommen ist. Von Zodiac hatte ich z.B. eher negative Reaktionen gehört, unter anderem, dass er ortslangweilig sein sollte. Nun, der alte Trick "wenig erwarten und positiv überrascht werden" hat hier vollends funktioniert, denn wir fanden, dass der Film durchaus unterhaltsam, wenn auch eher informativ als spannend war, denn es handelt sich um die filmische Umsetzung einer tatsächlichen Mordserie Ende der 60er, bei der sich der Serienmörder den illustren Namen Zodiac verlieh und mit codierten Hinweisen Polizei und Presse Jahrzehnte lang an der Nase herumführte.

Ok, dachte ich, ein Film über einen realen Serienkiller, der nie gefasst wurde - das gibt bestimmt einen ziemlich unbefriedigenden Schluss. Kein heldenhafter Polizist, der im letzten Moment die Frau rettet und den Bösen stoppt. Kein brillanter Detektiv, der die Beweisschnipsel zusammenträgt, die Verdächtigen zusammenruft und verkündet: Du da, Du warst es! Nein, lediglich ein besessener Reporter (Jake Gyllenhaal), den der Fall auch nach Jahren nicht loslässt, der Karriere und Familie aufs Spiel setzt und am Ende...neenee, wird nicht verraten.

Was den Film spannend macht, sind die gut fotografierten Morde, so makaber es klingt. Es gelingt perfekt, die Brutalität und Verschlagenheit des Mörders darzustellen, ohne ihn richtig zu zeigen, man nimmt ihn als Silhouette wahr, oder maskiert oder von hinten - er ist ständig present, dennoch gelingt es auch später im Film nicht, einen der Verdächtigen zuzuordnen, der Zuschauer tappt genauso im Dunkeln wie die Protagonisten. Neben Jake Gyllenhall schaut man noch Mark Ruffalo als knautschigem Polizist und Robert Downey Jr. (gewohnt overacting) als trinkendem Sensationsreporter über die

Filmtipp: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (2008)

Geschrieben von Olaf Lux am Sonntag, 8. Juni 2008 um 14:13 in Film
Achtung: für eine vernünftige Kritik müssen leider einige Dinge verraten werde, daher: SPOILER-ALARM!

Ich glaube, das Problem von Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels ist, dass es eigentlich ein unnötiger Film ist. Es gab eine abgeschlossene Trilogie mit einem furiosen Ende, die Helden ritten in den Sonnenuntergang - alles perfekt. Wieso also einen vierten Film?

Nun ja, die tolle TV-Serie Die Abenteuer des jungen Indiana Jones hat gezeigt, dass man mit der Figur des Indiana Jones durchaus durch die Epochen springen und spannende, unterhaltsame Geschichten erzählen kann. Und ihn als gealterten Helden in die 50er Jahre zu schmeissen, fand ich eine sehr gelungene Idee. Statt Nazis sind es jetzt halt die Russen des kalten Krieges, die Indi auf der Suche nach dem großen Geheimnis in die Quere kommen. Die Autos sind etwas moderner, die Musik etwas flotter, die Mode etwas geckiger - und unser Held etwas älter und weiser. Dennoch beweist er von Anfang an, dass er immer noch der Mann der Tat ist. Man muss bedenken, dass Indi ja nicht 20 Jahre in seiner Bibliothek eingesperrt war. Er hat vielmehr 20 Jahre lang weitere haarsträubende, gefährliche und ausweglose Situationen (üb-)erlebt, unzählige mystische Geheimnisse erschlossen, gegenüber Tyrannen, Dämonen und Göttern bestanden. Da soll mir keiner sagen, dass er sich nun von Genossin Cate Blanchett, einigen russischen Schlägern oder ein paar Abkömmlingen der Majas aus der Fassung bringen lässt. Im Gegenteil, ich wäre enttäuscht gewesen, wenn man Indi nicht seine innere Überlegenheit angemerkt hätte. Und so konnte ich mich genüsslich zurücklehnen und genießen, wie Harrison Ford die Register seines Könnens zieht, den Russen zeigt, wo die Peitsche hängt und seinem jüngeren Begleiter Shia LaBeouf mehr als einmal die Show stiehlt.

Ich hab mir ja die schlechten Kritiken einiger Leute angesehen - und mich wirklich gewundert, über was die sich aufregen. Da sind einmal die, die sich Hardcore-Fans nennen, und im Grunde immer den gleichen Film wiedersehen wollen. Die haben so eine Schablone im Kopf, und wenn der Film da nicht reinpasst, ist es halt ein Scheißfilm. Diese Leute tun mir echt leid. Noch bedauernswerter finde ich jedoch die Leute, die einen Fantasy-Film nach Logikfehlern durchsuchen, um sich dann darüber aufzuregen. Da regt sich einer auf, weil der Kühlschrank von innen aufgeht. Hallo? Das ist Indiana Jones, der hat gerade eine

Filmtipp: American Gangster (2007)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 30. Mai 2008 um 23:03 in Film
Dass Denzel Washington auch Bösewichte spielen kann, wissen wir ja seit Training Day. In dem auf wahren Personen basierenden Film American Gangster von Ridley Scott mimt er nun das Oberhaupt eines Gangstersyndikats, das auch vor Korruption und Mord nicht zurückschreckt. Bei den realen Ereignissen in den 70ern wurden damals 3/4 aller Polizisten der Drogenfahndung wegen Korruption festgenommen, und die Enthüllungen über die Rolle, die die US Army beim Drogenschmuggel aus Südostasien in die USA spielte, erschütterte ganz Amerika.

Der ganze Skandal basiert auf der Person des Frank Lucas. Dieser hatte auf eigene Faust das Syndikat seines ehemaligen Chefs übernommen, seine Familie als Vertraute aus North Carolina einreisen lassen und sich persönlich um Kontakte in Südostasien gekümmert, um reines, ungeschnittenes Rauschgift zu bekommen und zu Discount-Preisen unters Volk zu bringen. Er setzte andere Syndicate und selbst die Mafia derart unter Druck, dass diese schließlich unter ihm arbeiteten. Und alles, ohne selbst in Erscheinung zu treten. Ein schwarzer Don Corleone, der in Reichtum schwelgte, auf der Straße beliebt und bei der Mafia gefürchtet war.

Dem gegenüber stand der letzte ehrliche Bulle New Yorks Richie Roberts in Form von Russel Crowe. Ganz ohne Heiligen- oder Heldenschein nahm dieser den Kampf auf, scharte eine loyale Truppe Cops um sich und begann von unten an, dem Drogenschmuggel Herr zu werden. Dabei galt es die Syndikatsstrukturen ebenso aufzudecken, wie das riesige Netz der Korruption zu umsegeln, da sonst keine verdeckten Ermittlungen mehr möglich gewesen wären.

Der Film besticht durch seine 70er Jahre Atmosphäre und eine Riege hervorragender Haupt- und Nebendarsteller wie Ted Levine, Cuba Gooding Jr., Joe Morton und einem ekeligen Josh Brolin. Fährt auch mal unbemerkt ein modernes Taxi hinten durchs

Filmtipp: Die Legende von Beowulf (2007)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 28. März 2008 um 14:14 in Film
Die Geschichte des nordischen Helden Beowulf, der das Monster Grendel erschlägt, ist schon oft besungen (u.a. Marillion) und noch öfter verfilmt worden. Man denke nur an den noch gar nicht so alten Streifen Beowulf mit uns Highlander Christopher Lambert oder die geniale Interpretation von Der 13te Krieger mit Antonio Banderas.

Nun nahm sich Regisseur Robert Zemeckis diesen Stoff, um zu zeigen, wie weit man inzwischen mit dem alten Thema Spielfilm ohne echte Schauspieler gekommen ist. Da muss sich ja nun nach Final Fantasy aus 2001 schon einiges getan haben, sollte man meinen. Die Legende von Beowulf ist also ein Animationsfilm, der allerdings den Anspruch erhebt, näher an einem echten Spielfilm zu sein, als an Disney Pixar.

Das ist natürlich von vornherein ein Handicap, weil man solch einen Film gar nicht unvoreingenommen und frei ansehen kann. Man folgt zwar der Handlung oberflächlich, betrachtet aber nebenbei alles mit interessierten, skeptischen oder auch verblüfften Augen, um den Realismus zu beurteilen. Das ist ein großes Manko. Einen üblichen Animationsfilm à la Die Unglaublichen schaut man mit kindlichen Augen und hat viel Spaß dabei. Einen normalen Spielfilm wie Der Herr der Ringe betrachtet man ganz unbefangen und sinniert allenfalls bei den Spezialeffekten darüber, ob diese nun gut oder schlecht waren, bzw. wie sie das bloß gemacht haben. Und sind sie gut, vergisst man sogar für kurze Zeit, dass Gollum nur animiert ist, und

Filmtipp: Mit Herz und Hand (2005)

Geschrieben von Olaf Lux am Dienstag, 19. Februar 2008 um 15:58 in Film
Es gibt lustige Filme und spannende, gruselige und romantische, interessante und informative.

Und dann gibt es manchmal Filme, die sind einfach schön.

Mit Herz und Hand ist so ein Film. Es ist einer dieser Filme, die keiner kennt, von dem man wenig bis nichts gehört hat, die keiner empfehlen oder davon abraten kann. Man muss diese Filme finden, entdecken und dann anderen erzählen, wie schön er war.

Nun, was meine ich mit schön, werden manche fragen.

Ganz einfach: man schaut diesen Film und ist gezwungen, ab und zu "Hach ist das schön!" zu sagen. Ja, wirklich, und ich bin überzeugt, selbst wenn man den Film allein anschaut, wird man sich dabei ertappen laut zu denken "Hach ist das schön!"

Ich glaube das Schöne an dem Film ist, dass er so menschlich ist. Er ist witzig, ernst, spannend, ergreifend, interessant, unterhaltsam - alles zusammen. Und das ohne großes Brimborium, Action, Slapstick und Effekte.

Anthony Hopkins spielt den Neuseeländer Burt Munro, den es wirklich gab, und der in den 1960ern mit seinem uralten Motorrad versuchte, einige Geschwindigskeitsrekorde zu brechen. Und da das nunmal am besten in Utah/USA auf den Großen Salzseen geht, macht sich der über 60-jährige mit seiner

Filmtipp: Das größte Spiel seines Lebens (2005)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 1. Februar 2008 um 19:34 in Film
Ich mag Sportfilme.

Sportfilme können wirklich packend sein (siehe Der Unbesiegbare weiter unten), historische Sportfilme, wie z. B. Die Stunde des Siegers, haben den zusätzlichen Reiz der Geschichte. Und wenn es nun noch ein historischer Sportfilm über Golf ist - was will ich mehr...

Das größte Spiel seines Lebens
ist die wahre Geschichte von Francis Oiumet, eines unterprivilegierten Jungen, der gegenüber eines der ersten Golfplätze Amerikas wohnt und sich als Caddy ein paar Cents dazuverdient. Wie sich herausstellt ist er jedoch ein Naturtalent, und gegen alle Konventionen erhält er die Unterstützung eines jungen Geschäftsmannes, dessen Tasche er gelegentlich trägt und des alten, weisen Platz- und Schlägerwartes, der sein Talent sofort erkannt hat.

Es kommt zu den 6. US-Open, und Open bedeutet, es darf eigentlich jeder mitspielen, wenn er sich qualifiziert - und die Startgebühr aufbringen kann. Und nach einigem hin und her und Disput mit Papa, der natürlich will, dass sein Ältester etwas vernünftiges lernt, steht Francis plötzlich auf der Teilnehmerliste neben all seinen Idolen und nun gehts auch schon los.

Bill Paxton, den wir eher als

Filmtipp: Letters from Iwo Jima (2006)

Geschrieben von Olaf Lux am Donnerstag, 31. Januar 2008 um 21:25 in Film
Der Kriegsfilm Letters from Iwo Jima von Clint Eastwood schildert die Schlacht um die damals strategisch wichtige Insel aus japanischer Sicht. Es ist sozusagen das Pendant zu Eastwoods Film Flags of our Fathers, der das gleiche Geschehen aus amerikanischer Perspektive zeigt.

Im Nachhinein bin ich froh, kein Double Feature anberaumt zu haben, denn ich fand den einen Film schon sehr ermüdent. Obwohl ich mich sehr für Japan interessiere und mit Ken Watanabe (Last Samurai, Die Geisha) einer meiner Lieblings-Japaner die Hauptrolle spielt, hat mich der Film nicht fesseln können. Es war ganz interessant, die japanische Militär-Mentalität zu sehen, die leicht anders verstandenen Begriffe von Pflicht, Loyalität und Ehre. Handwerklich solide, schauspielerisch okay, geschichtlich nicht ganz akkurat aber überzeugend - trotzdem keine Resonanz in mir.

Was war da los?

Ich glaube einfach, die Zeit für Kriegsfilme ist vorbei. Jedenfalls im Moment und auf jeden Fall für

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"Das Geld liegt auf der Straße, man muss es nur fallenlassen."
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