Filmtipp: Das Königreich der Yan (2008)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 30. April 2010 um 20:03 in Film
Ein bisschen auf der Welle neuerer erfolgreicher Hongkong-Epen à la Tiger&Dragon, Hero oder Red Cliff surfte Das Königreich der Yan in meinen DVD-Player in der Hoffnung, sich lange genug über Wasser zu halten, ohne sogleich in der Versenkung zu verschwinden.

Leider gelingt es dem Film aber nicht vollkommen auf Kurs zu bleiben, obwohl mit Donnie Yen ein bekannter und charismatischer Vertreter der Kung Fu-Kunst für gehörigen Auftrieb sorgt, der den Film zuweilen sogar bis in den Himmel hebt.

Ansonsten geht es mal wieder um irgendeinen Bürgerkrieg irgendwelcher verfehdetden Häuser, was sich in ansehnlichen Schlachten und hinterlistigen Intrigen darstellt, die man so oder besser bereits in Red Cliff gesehen hat. Erfrischend jedoch die Story um die unvermittelt zur Herrscherin berufene kleine knuffige Prinzessin, die jetzt plötzlich ihren Karateka stehen muss und sich auf einmal allein im Wald mit einem mysteriösen (aber attraktiven) Heiler und Erfinder wiederfindet, der ihr nicht nur das Leben rettet, sondern auch noch den Kopf verdreht…

Insgesamt ein durchschnittlicher, unterhaltsamer Eastern mit gewohnt spektakulären Kämpfen und schönen Landschaften, der jedoch an die wirklichen Größen des Genres (s.o.) nicht heranreichen kann. Es gibt aber durchaus schlechtere Filme.

Filmtipp: Inglourious Basterds (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Sonntag, 20. September 2009 um 17:39 in Film
Während des zweiten Weltkriegs formiert der von Indianern abstammende Lt. Aldo Raine eine alliierte jüdische Spezial-Einheit, die im okkupierten Frankreich guerillamäßig jeden Nazi killt, der ihr über den Weg läuft. Dabei gehen sie brutal und rücksichtslos vor, skalpieren ihre Opfer und lassen wenige mit in die Stirn geschnitzten Hakenkreuzen laufen, um in der deutschen Truppe Angst und Schrecken zu verbreiten.

Als sie davon erfahren, dass in einem Kino in Paris der neueste Propagandafilm Joseph Goebbels' gezeigt werden soll, beschließen sie, während der Premiere das Kino mit allen hochdekorierten Gästen und Offizieren in die Luft zu sprengen. Dabei ist ihnen jedoch stets der "Judenjäger" genannte SS-Standartenführer Hans Landa auf den Fersen...


Soweit zur Handlung in Kürze. Jeder andere amerikanische Regisseur hätte sich nun einen Hollywoodstar gesucht, der den Aldo Raine spielt, eine handvoll kerniger, bekannter US-Nebendarsteller (einen großen mit Bürstenschnitt, einen Schwarzen, einen jungen, der zuviel redet und einen etwas schüchternen mit Brille), die die Basterds heroisch verkörpern, dazu jede Menge unbekannte, blonde Darsteller für die Nazis, die überzeugend "Halt!" "Heil Hitler!" und "Schweinehund!" bellen können - und los gehts...

Nicht so Quentin Tarantino. Und bereits hier möchte ich meinen tiefen Respekt auch vor dem Mut des Meisters bekunden, für den ausgefeilten, absolut überzeugenden Cast, den er hier zusammengetragen hat. Da werden natürlich sämtliche Deutschen von deutschsprachigen Darstellern gespielt und französische Rollen mit Franzosen besetzt. Und ich spreche hier nicht von unwichtigen Nebenrollen, sondern von tragenden Haupt- und markanten Nebenrollen. Und mit Brad Pitt als Aldo Raine stellt Tarantino so nebenbei sicher, dass auch das amerikanische Publikum sich dem Film nicht vollkommen entziehen kann, denn Brad Pitt ist und

Filmtipp: Australia (2008)

Geschrieben von Olaf Lux am Donnerstag, 11. Juni 2009 um 00:28 in Film
Hmm, man stelle sich einen Film namens Amerika vor, in dem es fast 3 Stunden nur darum geht, ob der smarte Cowboy Brad Pitt die spröde aber hübsche Großgrundbesitzerwitwe Sandra Bullock am Ende bekommt, und ob der böse Rinderbaron Donald Sutherland am Ende seine gerechte Strafe erhält, weil er halt böse ist. Ansonsten zeigt man, wie Rinder durchs Land getrieben, Indianer diskriminiert und ein kleiner Hafen samt Stadt weit weg von Pearl Habour von den Japanern zerbombt werden. Hmm, klingt etwas dünn, oder?

Und genau das ist Australia - ein 166min langer Outback-Liebes-Kriegs-Drama mit schönen Landschaftsaufnahmen und einer etwas dünnen Story. Statt den o.g. Stars sehen wir Nicole Kidman und Hugh Jackman als Anschmachtpärchen, den fiesen Bryan Brown (der am Ende seine gerechte Strafe bekommt), Rinder, die durchs Land getrieben, Aborigines, die diskriminiert und ein kleiner Hafen nebst Stadt, die von Japanern zerbombt werden. Ihr seht, worauf ich hinaus will...

Der Film ist schon unterhaltsam und an gewissen Stellen auch spannend - leider liegt das eher selten an den
Messer? Das ist doch kein Messer...
Hauptdarstellern, sondern vielmehr an den hervorragenden Darstellern der Aborigines, allen voran der kleine Brandon Walters, der als Erzähler regelrecht den Film auf seinen zarten Schultern trägt, und natürlich Legende David Gulpilil, der durch seine stoische Art schon in Crocodile Dundee oder Long Walk Home beeindruckte. Das bei Australia nur angedeutete Problem der Mischlingskinder wurde dort übrigens wesentlich tiefer und aufwühlender beleuchtet.

Was auf die Dauer wirklich etwas nervt, ist dieses Musikthema "Somewhere over the Rainbow", das nicht nur gekünstelt, sondern auch total kitschig rüberkommt. Ansonsten lebt der Film natürlich vom "sexiest man alive", der mal

Filmtipp: Alatriste (2006)

Geschrieben von Olaf Lux am Montag, 29. Dezember 2008 um 20:13 in Film
Ok, nach Herr der Ringe kannte jedermann Viggo Mortensen, und da er ja gerade noch geübt im Führen der Klinge war, dachte man sich wohl, es wäre eine prima Idee ihn für diesen spanischen Historienfilm als Zugpferd zu casten. Nun, es hat geklappt, denn wir haben uns den Film angesehen - eigentlich nur wegen Viggo (Gerüchte, meine Frau habe etwas mit dem Ausleih dieses Streifens zu tun, sind maßlos übertrieben, sie hat einen hervorragenden Filmgeschmack und steht viel mehr auf Hugh Jackman).

Nun also Alatriste, ein flämischer Soldat, Capitan genannt wohl eher aus Respekt als aus Reputation, doch ein echter Haudegen, dem keine Schlacht zu blutig, kein Auftrag zu gewagt und kein Sold zu gering ist. Und hier liegen die Stärken des Films, der angeblich zu den teuersten spanischen Filmen überhaupt zählt - in der realistischen Darstellung des Krieges und der Kämpfe der 17. Jahrhunderts. Da ist nichts elegant, da ist nichts schön und nett anzuschauen. Das ist brutal, dreckig, Mord und Totschlag. Da dauert die Belagerung einer Stadt halt wirklich 1 Jahr. Und man ist irgendwie angewiedert und fasziniert zugleich. Und so bringt Viggo auch nach jeder Schlacht ein paar neue Narben und Schmisse mit nach Hause.

Neben den Kriegsszenen verliert sich die Literaturverfilmung nun in undurchschaubaren politischen Intrigen und Machenschaften, gepaart mit Kungeleien und Sexkapaden derer bei Hofe, doch irgendwie springt der Funke nicht über. Die Schauspieler sind zwar durchweg gut und sehenswert, dennoch ist der Plot viel zu umfangreich, um von einem bekannten Gesicht allein getragen zu werden. Dazu vergehen während des Films mehrere Jahrzehnte, die man außer dem zum Mann gereiften Schützling Viggos und dessen Liebster niemandem ansieht. Das wirkt etwas komisch. Auch dass sich die Männer von teils

Filmtipp: Der Tiger und der Schnee (2005)

Geschrieben von Olaf Lux am Mittwoch, 3. Dezember 2008 um 21:42 in Film
Ich muss gestehen, Roberto Benigni war für mich ein zweitklassiger Komiker, der als Sohn des rosaroten Panthers in für ihn viel zu große Fußstapfen getreten war. Umso überraschter war ich, als ich dann Das Leben ist schön sah. So einen wundervollen, tragischen, lustigen, ernsten und optimistischen Film hatte man lange nicht gesehen. Ein Juwel, das zurecht den Oscar erhielt und Regisseur und Darsteller Benigni in die erste Riege hochkatapultierte.

Da fiel es mir natürlich leicht, bei Der Tiger und der Schnee zuzugreifen, eine Liebeskomödie in den wirren des Irakkrieges, wie gewohnt mit seiner Muse (und Ehefrau) Nicoletta Braschi als Angebetete, die Roberto als quirliger Poesie-Lehrer versucht für sich zu gewinnen, noch dazu mit Jean Reno als sein Schriftsteller-Freund - da kann ja gar nichts schief gehen...

Hmm, wie soll ich es sagen, ohne dass es weh tut...der Film ist...naja...er geht so.
Schrecklich ich weiß, sowas sagt man normalerweise zu B-Movies, die gerade noch so vor der Kante zum Trash stehengeblieben sind, oder zu diesen belanglosen Hollywood-Komödien, die man sich wohl mal ansehen kann, aber das eine Mal reicht dann

Die Abenteuer von Wampi & Würg - "Katzen-Kampf und Tatzen-Terror"

Geschrieben von Olaf Lux am Donnerstag, 25. September 2008 um 22:43 in Wampi & Würg
Au weia.

Katzen-Krieg im Hause Wampi & Würg.

Es begann damit, dass Monsieur Le Pipi wieder einmal Probleme mit dem Wasserlassen hatte. Und da es sowieso mal wieder Zeit war, brachten wir Wampi zum Tierarzt - er fährt ja so gerne Auto. :-)

Er bekam dann auch das volle Programm - Thermometer hinten rein, Tablette vorne rein, Spritze irgendwo rein. Und eine neue Packung von dem besonders teuren Katzenfutter. Aber was tut man nicht alles, um eine glückliche, nicht überall hinstrullende Katze zu haben...

Tja, Pustelkuchen! Als wir wieder zuhause waren, fing der Stress erst an. Denn Würg scheint seitdem seinen Bruder nicht mehr zu kennen. Oder er kann ihn nicht mehr riechen. Oder er ist sauer, dass er nicht mitdurfte und keine Spritze bekam. Wir können es uns nicht erklären, aber aus Wampi & Würg, dem dynamischen Duo, sind plötzlich erbitterte Feinde geworden. Sie fauchen sich an, kratzen, beissen, jagen sich, wenn sie sich begegnen und - sie essen kaum noch etwas.

Alle Tricks von Spezial-Katzen-Gourmet-Dinner, Gruppenkuscheltherapie über gut Zureden und kräftig Zutreten bis hin zur strikten Katzentrennung und Paartherapie im Katzenklo verliefen bisher erfolglos. Selbst Dr. Mob schweißt die beiden

Filmtipp: Mein Freund der Wasserdrache (2007)

Geschrieben von Olaf Lux am Mittwoch, 24. September 2008 um 21:23 in Film
Endlich der Beweis - das berühmte Foto von Nessie ist eine Fälschung! Was natürlich nicht bedeutet, es gäbe keine Seeungeheuer. Wer allerdings die Wahrheit über diese ganze Geschichte hören möchte, muss sich schon nach Schottland begeben und dem alten Angus im örtlichen Pub ganz hinten ein Ale ausgeben - vielleicht erzählt er Euch ja dann, wie es wirklich war...

Während des Krieges findet der kleine Angus ein Ei zwischen den Klippen, aus dem schon bald ein kleines wiederspenstiges Wesen schlüpft, dass irgendwie gar nicht wie ein bekanntes Tier aussieht. Es hat ständig Hunger, mag es Unruhe zu stiften und wächst über Nacht auch schon mal um ein paar Meter - kurz es ist ein Wasserdrache. Angus zieht es mithilfe seiner älteren Schwester groß, immer in der Gefahr, von Mama oder den stationierten Soldaten entdeckt zu werden. Irgendwann wird klar - die Seeschlange muss ins Meer, um glücklich zu werden. Doch bis dahin müssen noch kläffende Tölen, gierige Jäger, obskure deutsche U-Boote und übereifrige Haubitzenschützen überwunden werden...

Mein Freund der Wasserdrache ist ein unterhaltsamer Abenteuer- und Märchenfilm für Groß und Klein, der zwar nicht wirklich Neues bringt, aber dennoch Spaß macht. Kleine Kinder und Tiere - was kann man da falsch machen. Der Wasserdrache

Klassiker: Birdy (1984)

Geschrieben von Olaf Lux am Montag, 1. September 2008 um 19:23 in Film
Warum werden solche Filme eigentlich nicht mehr gemacht? Filme mit zeitlosem Charme, mit unalbernem Witz, mit packenden Szenen. Filme über Menschen, über echte Freundschaft, über tiefste Gefühle.

Obwohl ich Birdy von Alan Parker seit Jahren nicht mehr gesehen hatte und mich auch nicht mehr ganz an die Handlung und vor allem das Ende erinnern konnte, wusste ich dennoch, dass es ein fantastischer Film war, einer der Lieblingsfilme meiner Jugend. Und Szenen wie Birdys Flug, sein blutiger Schrei oder der Blick zum Fenster waren nach wie vor in meinem Gedächtnis eingebrannt, ebenso wie ein vermullter Nicolas Cage, der seinen gebrochenen Freund Matthew Modine weinend im Arm hält - Gänsehautszenen.

Nicolas Cage bevor er ein Star wurde, im ganzen Film von einem dicken Verband vermummt und mit schrecklich schiefen Szenen - er war nie besser. In The Rock war er souveräner, in Face Off cooler - aber diese Rolle war und ist für mich sein Meisterstück. Ok, Wild at Heart, aber da begann er leider schon zu overacten. Ganz anders Matthew Modine, der den Birdy spielt wie ein junger Schauspielgott. Mein Gott, wie brillant unschuldig, wie ergreifend, wie echt. Matthew Modine, wo bist du nur geblieben, während Nicolas Cage seine Zähne und seine Gagen richtete? Ok, in Full Metal Jacket zeigte er erneut sein Können und auch Short Cuts war toll. Aber ein Star wurde

Filmtipp: John Rambo (2008)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 4. Juli 2008 um 13:17 in Film
Es gibt Kino-Ikonen, die über jegliche Kritik erhaben sind. James Bond, Indiana Jones, Rocky und Rambo. Was sie auszeichnet ist eine gewisse Langlebigkeit, die sie durch die Jahrzehnte trug, ohne dass ihre Reputation nachließ. Jede Generation hat seinen James Bond, jeder liebt Indiana Jones (selbst nach Teil 4), und wenn Eye of the Tiger im Radio gespielt wird, kann das jedes Kind mit Rocky in Verbindung bringen.

Und Rambo?

Es ist erstaunlich wie geschlossen sich Rambos Lebenslauf darstellt, wenn man ihn als Ganzes betrachtet. Ein Soldat quittiert seinen Dienst und will eigentlich nur nach Hause, doch er kommt mit den Menschen und der Ablehnung nicht zurecht und handelt sich Ärger ein. Sein Mentor kommt zu ihm und kann ihm klarmachen - da sind noch andere wie Du, die Deine Hilfe brauchen, hol sie da raus. Und weil er das am besten kann, tut er es. Doch dann sucht er Ruhe, obwohl es genug Konflikte auf der Welt gäbe, bei denen er sich einmischen könnte. Erst als sein Mentor ihn braucht, zieht er wieder in den Kampf, weil er derjenige ist, der es am besten kann. Wieder taucht er unter, will in Ruhe gelassen werden. Doch ihm ist klar, dass er seine Augen nicht vor der Welt und vor den Menschen verschließen kann, und als er erkennt, dass es manchmal doch sinnvoll ist sich einzumischen, tut er es wieder. Weil er das am besten kann...

John Rambo ist hart, knallhart, ich glaube nicht, schon mal so einen Film gesehen zu haben. Allein der Anfang mit den realen Bildern der Gräueltaten in Birma verursacht Gänsehaut, weil man weiß - das ist echt. Das passiert dort wirklich. Dann beginnt der Film - und die Gräuel gehen weiter. Menschenunwürdige Dinge werden gezeigt, Tod, Folter, zerstückelte Mütter und verbrennende Kinder. Und wieder

Filmtipp: Letters from Iwo Jima (2006)

Geschrieben von Olaf Lux am Donnerstag, 31. Januar 2008 um 21:25 in Film
Der Kriegsfilm Letters from Iwo Jima von Clint Eastwood schildert die Schlacht um die damals strategisch wichtige Insel aus japanischer Sicht. Es ist sozusagen das Pendant zu Eastwoods Film Flags of our Fathers, der das gleiche Geschehen aus amerikanischer Perspektive zeigt.

Im Nachhinein bin ich froh, kein Double Feature anberaumt zu haben, denn ich fand den einen Film schon sehr ermüdent. Obwohl ich mich sehr für Japan interessiere und mit Ken Watanabe (Last Samurai, Die Geisha) einer meiner Lieblings-Japaner die Hauptrolle spielt, hat mich der Film nicht fesseln können. Es war ganz interessant, die japanische Militär-Mentalität zu sehen, die leicht anders verstandenen Begriffe von Pflicht, Loyalität und Ehre. Handwerklich solide, schauspielerisch okay, geschichtlich nicht ganz akkurat aber überzeugend - trotzdem keine Resonanz in mir.

Was war da los?

Ich glaube einfach, die Zeit für Kriegsfilme ist vorbei. Jedenfalls im Moment und auf jeden Fall für

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