Filmtipp: Bruchreif (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Montag, 14. Juni 2010 um 14:27 in Film
Roger Barlow (Christopher Walken) ist verliebt. Unsterblich verliebt in eine unbekannte Schöne, und seine Ehefrau weiß nichts davon. Jeden Tag, wenn er zur Arbeit geht, himmelt er stundenlang seine Angebetete an, er kann einfach die Augen nicht von ihr lassen. Doch plötzlich und unvermittelt bricht seine Welt um ihn zusammen - seine große Liebe soll verliehen werden - und auch noch nach Dänemark!

Natürlich ist Roger ein grundehrlicher, treuer Mann, der keineswegs seine Frau nicht liebt oder fremdgeht. Nein, er hat sich nur unsterblich verliebt - in ein Bild! In das Bild einer jungen Frau eines wenig bekannten Malers, welches in dem Museum hängt, in dem er als Wachmann arbeitet, und welches nun im Rahmen eines Kunstaustausches für unbestimmte Zeit nach Dänemark gehen soll. Ebenso wie der Großteil der restlichen Kunstwerke in dem Museum. Und so fällt ihm plötzlich sein Kollege Sam (Morgan Freeman) auf, der leise weinend vor dem Bild einer Frau mit ihren Katzen steht, ebenso unglücklich darüber, "sein Kunstwerk" zu verlieren. Als die beiden dann noch auf einem Überwachungsvideo den Nachtwächter George (William H. Macy) entdecken, wie dieser nachts heimlich nackt um die Bronzestatue eines Jünglings tanzt, wissen sie, sie sind nicht allein mit ihren Obsessionen.

Und sie müssen unbedingt etwas unternehmen.

Bruchreif schwankt zwischen den Genres Komödie, Drama und Einbruchsthriller hin und her, bleibt aber zu jedem Zeitpunkt liebenswert, aber leider auch vorhersehbar. Natürlich haben es die Museumsmitarbeiter nicht allzu schwer, einen Kunstraub im eigenen Hause zu planen, doch das Alter und ihr Gewissen kommen ihnen mehr als einmal in die Quere. Dazu müssen noch skeptische Ehefrauen, misstrauische Möbelpacker und nackte Ex-Marines überwunden werden. Die drei Filmgrößen stellen ihre Parts treffend dar, vor allem

Der Pokal hat seine Regel oder Der Runde muss ins Ovale

Geschrieben von Olaf Lux am Dienstag, 18. Mai 2010 um 23:53 in Tagebuch
Ich war Fußballgucken. Zum allerersten Mal. Berlin, Pokal-Endspiel Bayern gegen Bremen. Also so in echt, nicht im Fernsehen. Olympiastadion, Block N, Reihe 8, Sitz 8. Das war eine beeindruckende Erfahrung, selbst für mich Fußballlaien.

Wie kam es nun dazu? Nun ja, ich war übers Wochenende bei meinem besten Freund Björn in Berlin, und obwohl dieser eine Einladung zu dem Spiel hatte, sagte er meinetwegen ab. Freundschaft verlangt auch manchmal Opfer…

Aber Blasetorte, einen Tag vorm Spiel bekam er erneut die Einladung – plus eine Karte für mich. Und nun konnte ich mich natürlich nicht darum drücken und musste wohl oder übel den Samstagabend mit 75.411 Fußballfans verbringen. Freundschaft verlangt auch manchmal Opfer…

Nein, war gar nicht schlimm, war toll. Denn wir hatten V.I.P.-Karten. Das bedeutet, anstatt mit der gröhlenden, feuchtfröhlichen Masse ins Stadium zu schieben und sich mit einem Bier und einer Bretzel für je 3,50EUR warmzuhalten, wurden wir am Eingang begrüßt und nach kurzem Check-In zur V.I.P.-Zeltstadt geladen. Dort musste man nun seinen V.I.P.-Ausweis zeigen, bekam ein gelbes Bändchen ums Handgelenk und damit Eintritt in das grüne Zelt. Ist ja logisch. Kleine süße Hostessen begrüßten uns mit Sekt und führten uns zum reservierten Bereich, in dem wir uns warm und wohlig auf das Spiel vorbereiteten, indem wir uns am üppigen

Filmtipp: Die nackte Wahrheit (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Samstag, 1. Mai 2010 um 12:46 in Film
Katherine Heigl ist die clevere, erfolgreiche TV-Produzentin, die allerdings für jeden %-Punkt in der Einschaltquote über Leichen geht, wobei ihr Liebesleben natürlich extrem leidet. Besser gesagt hält es kein Mann bei ihr aus, da sie einfach der totale Kontrollfreak ist, und alles und jeden mit ihrer Art vergrault.

Nun kommt Gerard Butler ins Spiel, der einmal mehr beweist, dass er der bessere Hugh Jackman ist, als er smart und unverblümt mit seiner Talkshow in den Sender kommt und für himmlische Quoten sorgt. Dass es in seiner Sendung eigentlich nur darum geht, wie die lieben, guten Männer sich gegen die bösen, fiesen Frauen zur Wehr setzen können, und um Tipps, wie man jede Frau ins Bett kriegt, stößt unserer Produzentin natürlich sauer auf.

Aber es kommt wie es kommen muss, sie verliebt sich in…den Nachbarn. Jahaa, nicht in Gerard Butler, den kann sie ja nicht ausstehen. Sie verknallt sich also in den gutaussehenden, gutverdienenden Nachbarn, hat aber keine Ahnung, wie sie den für sich gewinnen soll, ohne dass dieser gleich schreiend das Weite sucht. Und so fragt sie schweren Herzens den Fachmann, ihren Erzfeind, um Rat…

Die nackte Wahrheit ist eine gelungene Liebes- und Situationskomödie, die mit dem Klischee Männer+Frauen=geht nicht spielt und gleichzeitig das Thema Freundschaft zwischen den Geschlechtern aufgreift. Manchmal nah an der Schwelle zum Klamauk (ich sag nur

Filmtipp: Zombieland (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 30. April 2010 um 19:52 in Film
Woody Harrelson stellt sich in den Eingang eines Supermarktes, greift nach hinten und holt eine abgesägte Schrot….nein, er holt ein Banjo hervor!? Und beginnt darauf zu fiedeln, bis der erste Zombie hungrig um die Ecke lugt und auf ihn zustürmt. Woody rennt ihm entgegen, holt mit dem Banjo aus und POFFF, spritzt das Zombiehirn durch den Laden. Na, wenn das nicht der Zombiekill-of-the-week war…

Nein, der Zombiekill-of-the-week ging diese Woche bereits an Mrs. Cynthia Knickerbocker und ihre Klavierfalle! Tadaa!!!

So ungefähr muss man sich Zombieland vorstellen, die köstlichste Zombiekomödie seit Shaun of the Dead. Nachdem die Menschheit durch BSE-verseuchte Hamburger zu mordenden Bestien mutierten, versuchen die letzten Überlebenden…naja, zu überleben eben.

So auch Jesse Eisenberg, ein unscheinbarer Student mit RDS, der nur aufgrund seiner selbst erfundenen Regeln so lange überlebt hat. Z.B. Regel #1: körperliche Fitness

Ein fetter Junge rennt über ein Footballfeld, ein Zombie hinter ihm her. 30, 40, 50 yards, da kann er nicht mehr, der Zombie holt ihn kurz vor der Endzone ein und Touchdown!!! Das sind 6 Punkte und 200 Pfund frisches Menschenfleisch für die Untoten…

Die wirklich gelungene Komödie weiß hervorragend zu unterhalten, in lustigen Rückblicken und

Das Ende des Internets

Geschrieben von Olaf Lux am Samstag, 20. März 2010 um 14:13 in Allgemein
Man mag es nicht für möglich halten, aber wenn man zu lange im Internet surft, kann es tatsächlich vorkommen, dass man auf dessen Grenzen stößt. Mir ist das ganz aus Versehen passiert, als ich mal nachschauen wollte, ob der Deutsche Geheimdienst eine Website hat. Dabei habe ich irgendwie MAD und BND durcheinander gebracht und habe http://www.mnd.de/ eingegeben, und...

...seht selbst.
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Filmtipp: Ice Age 3: Die Dinosaurier sind los 3D

Geschrieben von Olaf Lux am Donnerstag, 16. Juli 2009 um 19:02 in Film
Ice Age 1 + 2 waren ja ganz kurzweilig, wieso also nicht auch den dritten Teil anschauen, noch dazu, wo es ihn als 3D-Version gibt. Schließlich hatte mein Kollege Olaf so davon geschwärmt. Also auf einem Mittwochabend ins nächste Kinoplex. Hmm, ziemlich viel los hier für einen Mittwochabend. Am Schalter schaut mich eine junge Dame fragend an, ich sage:

Ice Age 3D bitte!

Sie schmunzelt.
Wann denn? fragt sie mich süffig.

Äh, jetzt vielleicht? 19Uhr?

Sie grinst breit.
Und wieviele Karten? Sie muss beinahe lachen.

Vier!? sage ich knapp.

Sie lacht laut, ruft ihre Kollegen zu sich, man zeigt mit dem Finger auf uns und haut sich auf die Schenkel.

Langer Schreibe kurzer Sinn, der Film war total ausverkauft, 3 einzelne Plätze hätte ich noch haben können, ebenso die Vorstellungen um 21 und 23 Uhr. Wir haben das ganze dann um eine Woche verschoben und rechtzeitig vorbestellt.

Und ich muss jetzt sagen - ich kann es verstehen. Den Film in 3D zu sehen ist eine fantastische Filmerfahrung, die ich nur empfehlen kann. Warum sollte man sich den Film normal anschauen, wenn man ihn in dieser einmalig plastischen Version sehen kann? Vom

"Hilfe, ich habe ein Hobby!" ODER "Fußball ist kein Killerspiel!" ODER "Ich spiele World of Warcraft, ihr werdet alle sterben!"

Geschrieben von Olaf Lux am Mittwoch, 8. Juli 2009 um 16:23 in Allgemein
Ich habe einen Bekannten, der interessiert sich für Sport. Nicht aktiv, aber als Zuschauer. Er interessiert sich vornehmlich für Fußball, in der Bundesliga kennt er sich hervorragend aus. Er kennt fast alle Spieler und weiß, wie der Trainer von welchem Verein heißt. Selbst die verrücktesten Spielertransfers und Trainerentlassungen bringen ihn nicht aus dem Konzept. Und sogar über die 2. Liga kennt er sich ziemlich gut aus. Er schaut halt alle Fernsehreportagen, die so kommen, hat sich extra Premiere bestellt und verpasst so kein Tor. Doch er interessiert sich auch für internationalen Fußball, Champions League und so, er freut sich schon sehr auf die WM 2010 in Südafrika. Er spart schon seit der letzten WM, um da hinfliegen zu können. Wie gesagt, er interessiert sich für Fußball.
Aber auch für Tennis, Radsport, Formel 1. Er steht nachts auf, wenn die in Japan fahren, oder in Brasilien. Jetzt, zur Tour de France, hat er sich Urlaub genommen, um alle Etappen in voller Länge verfolgen zu können. Letztes Jahr hatte er zur Fußball-EM Urlaub. Das Jahr davor zu Wimbledon, und nächstes Jahr ist ja klar – Südafrika.
Bei meinem Bekannten läuft eigentlich immer Eurosport oder DSF, rund um die Uhr. Springreiten kann auch ganz interessant sein, wenn man sich ein bisschen informiert und auskennt. Und auch Golf, Snooker oder Segeln sind faszinierende Sportarten.
Am Wochenende geht er auch oft auf den Fußballplatz. Live kommt das ja ganz anders rüber. Er war schon auf Schalke, als die Bayern da waren. Aber dieses Jahr nicht, er muss ja sparen. Aber sein Ortsverein liegt auch im Mittelfeld der Kreisliga. Den feuert er gerne an, und anschließend geht’s noch mit den Kumpels in die Kneipe, den Sieg feiern (oder die Niederlage verkraften).
Mein Bekannter gilt als beliebt und gesellig, ein dufter Typ mit tollen Hobbys.

Ich interessiere mich für das Internet und Computer. Und für World of Warcraft. Es macht mir Spaß, am PC zu sitzen und zu spielen, gerne auch mal eine Stunde länger. Oder einfach mal sinnfrei ein Ballerspiel zu zocken. Nebenbei höre ich via iTunes Musik, handele auf Ebay, tausche bei Tauschticket oder bestelle bei Amazon etwas. Auf Spiegel Online lese ich die

Filmtipp: Shortcut to Happiness (2004)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 5. Juni 2009 um 14:38 in Film
Der Teufel und Daniel Webster gilt als einer der bedeutendsten Fantasy-Filme der 40er-Jahre, ein expressionistisches Juwel der Zeit, dramatisch erzählt und mit Oscar-prämierter Musik. Im Grunde die alte Geschichte vom Faust, der versucht, mit dem Teufel einen Vertrag zu schließen. Daraus ließe sich doch sicher auch im moderneren Gewand ein guter Film machen, dachte sich wohl Alec Baldwin, und wagte sich an seine erste Regiearbeit. Um das Debut in trockende Tücher zu legen, übernahm er kurzerhand die Hauptrolle selbst, engagierte dazu Anthony Hopkins, seinen alten Rivalen aus Auf Messers Schneide, garnierte die Nebenrollen mit Größen wie Dan Aykroyd, Kim Cattrall und Jennifer Love Hewitt - fertig ist der Kassenschlager namens Shortcut to Happiness!

Tja, leider nicht, denn was wir uns da mühsam 2 Stunden lang angeschaut haben, hat mit der Vorlage nicht mehr viel gemein. Stattdessen hangelt man sich durch eine Komödie à la Teuflisch, in der der Teufel ein sexy Weib ist, Anthony Hopkins nur gegen Ende einige längere Szenen hat und Alec Baldwin ernsthaft versucht, eine Person zu spielen, die im Verlauf des Filmes 15 Jahre älter wird.

Ich meine, habt Ihr Euch Alec Baldwin in letzter Zeit mal angesehen? Also, den alt gewordenen Typen kann er ja noch gut darstellen, aber den jungen, erfolglosen Single - ich bitte Euch. Aber auch alle anderen Figuren des Films sieht man in keinster Weise an, dass so ein langer Zeitraum verstreichen würde. Da dies aber zum zentralen Thema des Films gehört, stört es

Mel-O-Graphic: Kaufhaus Hagemeyer komplett neu!

Geschrieben von Olaf Lux am Sonntag, 26. April 2009 um 11:16 in Mel-O-Graphics
Jawohl, nach monatelangen Umbau-, Renovations- und Dekorationsarbeiten erstrahlt das Kaufhaus Hagemeyer in Minden in neuem Glanz. Und das Besondere - während der gesamten Umbauphase blieb das Haus geöffnet. Wohl gemerkt, es wurden komplette Abteilungen umgesiedelt, das Nachbargebäude eingerissen und ein neuer Anbau errichtet, neue Rolltreppen installiert, die Gastronomie aufs Dach verschoben, alles neu strukturiert, dekoriert und ausprobiert.

Dass das nicht immer angenehm für die Mitarbeiter war, kann man sich vorstellen.
"Mehr Explosionen!"
Dreck und Lärm, Schutt und Staub, genervte, orientierungslose Kunden, müffelnde, hinterherpfeifende Bauarbeiter tagein tagaus. Aus diesem Frust heraus entstand wohl nebiges Mel-O-Graphic (bitte mit dem Cursor über das Bild gehen).
Hier fällt der Umbau dann etwas radikaler aus, als der Geselle offensichtlich den falschen Draht erwischt hat. Das Schild "Baustelle Hagemeyer" bleibt als einziges stehen. Dass das eher die Anfangsszene aus Lethal Weapon 3 ist, übersehen wir mal großzügig, schließlich wird hier keine Bombe entschärft, sondern ein Gebäude kontrolliert zum Einsturz gebracht. Die Nachbargebäude bleiben unversehrt stehen.

Betrachtet man jedoch das neue Kaufhaus Hagemeyer, hat man tatsächlich den Eindruck, es wurde komplett gesprengt und neu gebaut. Wirklich sehr gut gelungen der Neubau, klasse Optik, helle Räume, gemütliche Ecken zum Verweilen, kleine Cafés auf jeder Etage. Natürlich gibt es die ewig gestrigen, die sich beschweren, man würde nichts wiederfinden. Aber den meisten Leuten gefällt es, und es bleibt zu hoffen, dass Mindens Innenstadt durch diesen Anstoß wieder etwas attraktiver wird und noch weitere Projekte folgen.

Filmtipp: Burn After Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger? (2008)

Geschrieben von Olaf Lux am Sonntag, 12. April 2009 um 11:58 in Film
Ach, man gibt ihnen ja immer wieder eine Chance, aber die Coen-Brüder wissen ebensogut zu enttäuschen, wie sie früher begeistern konnten. Ehrlich gesagt verstehe ich die positiven Kritiken zu Burn after Reading nicht, der Film ist öde, langweilig und doof. Ich glaube, das muss so etwas wie antizyklische Kritik sein, die da fabriziert wird, nach dem Motto: der Film ist blöd = ich muss eine gute Kritik schreiben oder der Film ist unterhaltsam oder ein Box Office-Erfolg = ich muss ihn verreißen. Wenn jedenfalls ein Film, der gemeinhin als Agentenkomödie betitelt wird, mich nach 30min das erste mal milde Schmunzeln lässt, dann kann er doch nicht wirklich witzig sein.

Ok, Brad Pitt mal außen vor, der spielt den zappeligen Fitnessstudio-Trainer schon ganz witzig. Aber alle anderen sind sowas von uninteressant. Und ich meine hier Größen wie John Malkovich und George Clooney. Und immer wieder Frances McDormand, laangweilig. Anfangs so cool und frisch und innovativ, drehen die Coen-Brüder sich mittlerweile echt nur noch im Kreis.

Was soll ich noch sagen? Es gibt ein, zwei lustige Szenen mit Brat Pitt, ansonsten viel seichtes Gelaber über Beziehungen und Scheidungen, achja, und die "Überraschung" von George Clooney. Die ist wirklich überraschend. Man kann aber ganz gut weiterleben, wenn man den Film nicht sieht oder ihn gleich wieder vergisst - Burn after Seeing sozusagen...

Netz-Tipp: Mundmische - das etwas andere Wörterbuch

Geschrieben von Olaf Lux am Mittwoch, 25. März 2009 um 20:28 in Allgemein
Schon mal einer Pralline hinterhergeschaut? Oder Sprechreiz bekommen? Oder jemanden eine Tu-Du-Liste aufs Auge gedrückt?

Ob Jugend-, Gossen- oder Cliquensprache, Sprichwörter, Redewendungen und Internet-Termina - auf Mundmische.de findet man Begriffe, die nirgendwo sonst erklärt werden. Köstlich definiert, delikat kommentiert und schmackhaft verpackt. Es macht Spaß, hier zu stöbern, neue Schimpfwörter zu lernen oder zu versuchen, die letzten Ergüsse des pubertierenden Sprößlings zu entschlüsseln.

Denn nicht jeder weiß heutzutage, was eine Embryodisse, ein Lungenbrötchen oder eine Empfängnisvergütung ist...

...auf Mundmische.de findet Ihr die Antwort.

:-)

Mel-O-Graphic: Ein Tag im Leben eines Sportfachverkäufers

Geschrieben von Olaf Lux am Montag, 9. März 2009 um 19:50 in Mel-O-Graphics
Wer es noch nicht weiß - meine Frau arbeitet in einem großen Mindener Kaufhaus in der Sportabteilung. Und das ist natürlich ein anspruchsvoller Job voller Herausforderungen, Gefahren und Überraschungen. Vor allem in den letzten Monaten war es nicht ganz einfach, denn das Kaufhaus Hagemeyer baut um. Und nicht nur ein paar neue Regale und ein neuer Teppich - nein, das Gebäude nebenan wurde aufgekauft, komplett platt gemacht und neu angebaut, dazu neue Rolltreppen, neue Abteilungen, neues Bistro, neue Gastronomie, neue Glas-Fassade undundund. Das bedeutet natürlich monatelang Lärm, Dreck und lüsterne Bauarbeiterblicke ertragen, verstaubte Ware verkaufen, alle paar Wochen rumräumen, bis man selbst nichts mehr wiederfindet.

PacMel auf der Flucht
Doch nun sind die Umbaumaßnahmen bald abgeschlossen und es kehrt wieder Alltag ein. Papa, was macht Mama eigentlich den ganzen Tag? Und ich nehme das Kind beiseite und sage Keine Ahnung, aber schauen wir es uns doch einfach mal an! Prima, wenn es zu den essenziellen Fragen des Lebens ein Mel-O-Graphic gibt...
Hier sehen wir einen Tag im (Arbeits-)Leben meiner Frau, vier kleine Momentaufnahmen, die den Beruf des Sportfachverkäufers nicht besser beleuchten könnten. Da ist der Kaufhausdetektiv, der den dreisten Dieb auf frischer Tat ertappt hat - was dieser natürlich wie gewohnt abstreitet. Da ist das Problem mit dem Kunden, dem es an Körperpflege mangelt, aber dennoch bevorzugt auf Tuchfühlung geht und mit Vorliebe Bademode anprobieren möchte. Da gibt es die nie Zufriedenen, die sich selbst im größten Umzugsstress angesichts voller Ständer noch über mangelnde Auswahl beklagen. Und da verwundert es doch kaum, dass sich so mancher Verkäufer manchmal wie PACMAN fühlt, der von den Geister-Kunden gejagt durch die Abteilung irrt auf der Suche nach seiner Frühstückspause...

In diesem Sinne - Willkommen bei Hagemeyer!

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Tod eines Panzerknackers

Geschrieben von Olaf Lux am Montag, 23. Februar 2009 um 21:12 in Literatur
Aus Langeweile habe ich mir mal wieder ein paar alte Lustige Taschenbücher von Walt Disney hervorgekramt, von denen sicher jeder noch irgendwo einige rumfliegen hat, wenn er sie nicht bereits seinen Neffen, Nichten oder Enkeln vermacht oder auf dem Flohmarkt versilbert hat.

Ich lese also alte Abenteuer von Donald und seinen Neffen Tick, Trick und Track, gehe mit Onkel Dagobert im Geldspeicher tauchen und mit Micky und Goofy auf Safari, mache Reisen um die ganze Welt und durch die ganze Zeit - und was muss ich da plötzlich sehen?

Den Tod eines Panzerknackers!

Ich war eigentlich fest davon überzeugt, dass es so etwas bei Disney nicht gibt. Ok, bei Schneewittchen fällt die böse Hexe am Ende in den Abgrund. Aber das basiert ja auf einem Märchen. Bei ureigenen Disney-Geschichten kann ich mich an das Thema Tod überhaupt nicht erinnern, speziell nicht in den Lustigen Taschenbüchern. Ebenso wie es keinen Sex oder Beziehungen gibt, es gibt keine Eltern, nur Onkel und Tanten, keine Eheleute, nur Cousins und Vettern, die zwar miteinander flirten und umeinander buhlen wie Donald und Gustav um Daisy, aber kriegen würden sie sich nie. Und es stirbt auch keiner, auch wenn Onkel Dagobert mittlerweile an die 150 Jahre alt sein müsste, er altert nicht und wird sicher noch weiterhin guter Dinge sein, wenn unsereins schon lange den letzten Taler abgegeben hat...

Oh, Käptn mein Käptn...
Doch hier, im LTB Nr. 72 "Viel Lärm um Donald", sehe ich es plötzlich schwarz auf weiß (damals waren immer 2 Seiten farbig und 2 Seiten sw, wohl um Kosten zu sparen). Hier sehen wir Onkel Dagobert als Piraten-Kapitän, wie er einen seiner Matrosen, bestehend aus Panzerknackern, über die Planke schickt. Und nicht so zum Spaß, dass dieser ins Wasser fällt PLATSCH PRUST HIHI alles wieder gut. Nein, man sieht deutlich, wie Dagobert ungeduldig befiehlt, die Planke einzuholen, der arme Bursche verschwindet schreiend in den Fluten, gefolgt von einem hungrigen Haifisch. Das wars, im nächsten Bild blafft Dagobert schon den nächsten Befehl. Kein Kommentar, kein klärendes Bild - der Panzerknacker ist tot. Nicht dass mich das schocken würde, ich war nur überrascht. Sollte das in politischen Kreisen publik werden, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Lustige Taschenbücher auf den Index kommen und verantwortlich gemacht werden für Jugendgewalt und Amokläufe.

Auf jeden Fall werde ich die nächsten LTB etwas genauer betrachten... Bitte mit dem Cursor über das Bild gehen

Mel-O-Graphic: Radikal Reduziert

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 30. Januar 2009 um 16:27 in Mel-O-Graphics
Es kommt die Zeit des WSV - des Winterschlussverkaufs - und auch im Kaufhaus Hagemeyer purzeln die Preise. Viele gehen nun erst los und suchen nach Wintersachen in der Hoffnung, ein Schnäppchen machen zu können. Was jedoch verwundert ist die hartnäckige Naivität, die die meisten Leute mitbringen, und die sich in Äußerungen widerspiegeln wie Sie haben ja überhaupt keine Auswahl! oder Das ist aber immer noch so teuer! Vermutlich gehen viele Konsumenten davon aus, dass die Einzelhändler extra zum Saisonende nochmal teuer ihre Lager füllen, um die Ware dann praktisch umsonst zu verschenken.
Geschenkt ist noch zu teuer


Nein, liebe Leute, verabschiedet Euch von diesem Irrglauben. WSV bedeutet, es wird das günstiger abverkauft, was von der Saison noch übrig gebleiben ist. Und was bleibt im Allgemeinen liegen? Richtig, die Ware, die kein vernünftiger Mensch zum normalen Preis kaufen wollte. Die Ware in den unbeliebtesten Farben und den unwahrscheinlichsten Größen. Die Ware mit kleinen Fehlern oder einfach hässlichem Schnitt.

Nun sollte man ja meinen, wer nicht so viel Geld hat, dem ist im Prinzip die Farbe egal, hauptsache die Jacke hält schön warm oder der Schuh ist bequem. Pustekuchen, da zetert der kleine dicke Bewegungslegasteniker herum, weil er am Ende der Saison nicht mehr die teure Markenjacke in genau seiner (Über-)Größe in seiner Lieblingsfarbe zum halben Preis bekommt. Und die Dame im teuren Nerzmantel findet, dass die Bluse, die bereits 70% günstiger ist, aber immer noch viel zu teuer ist. Und wieder ein anderer meckert, wieso die Badehose nicht auch reduziert ist, schließlich kann man im Winter auch baden gehen.

Das heutige Mel-O-Graphic zeigt dann auch solch einen Kunden, den ein 95%iger Rabatt nicht genügt. Die Verkäuferin (unschwer zu erkennen, meine Frau) ist da natürlich mit Recht verwundert. Bitte mit dem Cursor über das Bild gehen

Mel-O-Graphic: Der verspätete Ski-Helm

Geschrieben von Olaf Lux am Samstag, 17. Januar 2009 um 14:24 in Mel-O-Graphics
Selbst in einem Kaufhaus wie Hagemeyer in Minden kann es zuweilen vorkommen, dass einmal kein Kunde durch die Sportabteilung streift, dass keine Ware ausgepackt oder umdekoriert werden muss - dass man eine Minute Zeit für sich hat.

Und bei eben dieser Gelegenheit bricht dann die künstlerische Ader meiner Frau durch - sie muss dann einfach kreativ werden. Doch was tun, wenn Pinsel, Leinwand oder Zeichenblock fern sind? Richtig, das nächstbeste Stück Papier hergesucht, einen Bleistift zur Hand und los gehts.

So entstehen oft kurzweilige, luxige, vielsagende und pointierte Momentaufnahmen, die nicht selten einen Bezug zu dem Beruf des Sportfachverkäufers aufweisen.

So z. B. das Mel-O-Graphic: Der verspätete Skihelm (bitte mit dem Cursor über das Bild gehen)

Besser arm dran als Kopf ab
Hier sieht man einen Kunden nach dem letzten Ski-Urlaub, wie er sich nach Helmen erkundigt - etwas spät. Das Tragische an der Geschichte - seit Jahren versuchen meine Frau und ihre Kollegen vergeblich, den Ski-Urlaubern die Wichtigkeit eines Ski-Helmes darzulegen, doch es muss erst ein bekannter Politiker mit einer armen Frau zusammenstoßen, damit wirklich ein Bewusstsein für sowas entsteht. Tatsache ist, nach dem Unfall in den Medien kauften die Leute wie doll und verrückt Ski-Helme, bei Hagemeyer gibt es schon fast keine mehr und die Hersteller melden bereits Lieferschwierigkeiten. Tja, scheinbar muss man seinen Kopf erst unterm Arm tragen, bevor man merkt, dass man ihn braucht.

Naja, besser spät als nie...

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"Wenn alle das täten, was sie mich könnten, käm ich nie zum Sitzen."
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