Filmtipp: Iron Man 2 (2010)

Geschrieben von Olaf Lux am Mittwoch, 19. Mai 2010 um 20:01 in Film
Warum war Iron Man eigentlich so erfolgreich, war es doch nichts weiter als ein weiterer Superheldenfilm in einer Zeit, in der es (fast) nichts anderes zu sehen gibt. Superman, Batman, Spiderman, Hulk, X-Men, Fantastic Four, Hellboy, Punisher, Blade, um nur einige zu nennen, von denen es bereits mehrere Ableger gibt. Dazu noch Daredevil, Catwoman, Spawn, Watchmen, Hancock, Spirit, Phantom, Elektra, Ghostrider….

Ich glaube, Iron Man war so erfolgreich, weil die Entstehungsgeschichte des Helden so cool war. Da ist dieser smarte aber doch fast unsympathische weil total eingebildete Waffenproduzent, der sich plötzlich in Gefangenschaft wiederfindet und sich dann diesen groben, coolen Kampfanzug schmiedet, um den Bösen den Arsch zu versohlen. Das kam irgendwie gut rüber.

Nur leider gibt es in Iron Man 2 keine Entstehungsgeschichte mehr, denn den Anzug, den Helden gibt es bereits, es ist sogar mittlerweile bekannt, wer dahinter steckt, und Robert Downey Jr. verkörpert diesen exzentrischen, völlig von sich eingenommenen Typen sehr treffend. Jetzt will das Militär ihn dazu zwingen, den Anzug rauszurücken, damit eine US-Armee von Eisenmännern erschaffen werden kann. Aber er will nicht. Er ist DER Iron Man, da soll’s keine anderen geben.

Aber Moment: da kommt dann Mickey Rourke ins Spiel, der Bösewicht des Films. Und siehe da, da haben wir auch wieder unsere coole Entstehungsgeschichte, nämlich die des Schurken, wie er sich seinen eigenen Anzug zusammenschraubt, um sich an Iron Man zu rächen, weil dessen Vater mit seinem Vater und Konkurrenz und ausgebootet und so weiter ist ja auch egal. Jedenfalls bringt Mickey Rourke ebenso viel Präsenz und Kraft auf’s Zelluloid wie unser Held, und die Kämpfe der beiden kommen auch ziemlich

Filmtipp: City Of Ember (2008)

Geschrieben von Olaf Lux am Montag, 5. April 2010 um 14:27 in Film
Die Erde ist am Ende, und um die Menschheit zu retten wird tief unter der Erde die Stadt Ember erbaut. Hier sollen die Menschen überleben, bis sie wieder an die Oberfläche kommen können. Und damit dies nicht zu früh geschieht, wird der Weg nach oben in einer geheimen Schatulle verwahrt, die sich automatisch nach 200 Jahren öffnet, um den Menschen in Ember den Weg zurück ans Licht zu zeigen. Blöd nur, wenn diese Schatulle nach 200 Jahren irgendwo im hintersten Schrank liegt und niemand bemerkt, dass sie aufgeht...

City of Ember (=Glut) ist ein unterhaltsamer Fantasyfilm, der mal wieder mit der Idee der unbewohnbaren Welt spielt, aber statt in die weiten des Weltalls in die Tiefe der Erde führt. Und diese Idee funktioniert überraschend gut. Okay, dass Konservendosen nicht 200 Jahre haltbar bleiben...obwohl, hat das mal jemand ausprobiert? Das habe ich mich schon bei Eve und der letzte Gentleman gefragt. Aber egal, es gibt ja auch Gewächshäuser, irgendwie haben sie es halt geschafft. Dennoch gibt der Generator, der die Stadt mit Strom und Licht versorgt, nun langsam den Geist auf, und die größte Angst der Bewohner, dass es für immer dunkel wird, ist durchaus begründet. Zum Glück gibt es junge Menschen wie Lina und Doon, die von sich aus auf die Idee kommen, dass es so nicht weitergehen kann, und dass es einen Weg nach draußen geben muss. Und so begeben sie sich auf die Suche, wobei ihnen die Entdeckung einer seltsamen Schatulle zugute

Filmtipp: Cargo - Da draußen bist du allein (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Montag, 5. April 2010 um 13:18 in Film
Ein schweizer Science Fiction Film? Das ist ja für sich schon interessant. Aber der Trailer versprach auch noch visuell ein Erlebnis, dass Hollywood in nichts nachstehen sollte. Auf jeden Fall mal etwas Abwechslung vom üblichen SF-Einheitsbrei, den man in letzter Zeit zu sehen bekommt - von Avatar mal abgesehen.

Zur nicht weiter ausgefallenen Story: die Erde ist mal wieder unbewohnbar geworden, die Menschen hausen zusammengepfercht auf schmuddeligen Raumstationen, nur wer das nötige Kleingeld hat oder Glück beim Lotto, darf auf Rhea leben, der einzig erreichbare bewohnbare Planet, ein Paradies, aber die Reise dorthin dauert Jahre.

Laura möchte dahin zu ihrer Familie und heuert auf einem Frachtschiff an, um genug Geld zu verdienen. Die Tour soll Bauteile für eine Raumstation j.w.d. liefern und dauert 8 Jahre hin und zurück. Die meiste Zeit davon liegt man im Kälteschlaf, nur einer hat immer 8 Monate Wachdienst, bis dann der nächste dran kommt. So lange allein auf einem riesigen Raumschiff, da kann man sich schon mal Geräusche und Schatten und sowas einbilden. Es sei denn, es ist noch jemand an Bord, von dem niemand weiß...

Zu allererst einmal - Respekt! Für den ersten schweizer SF-Film und den ersten Film von Regisseur Ivan Engler überhaupt, besticht Cargo von Anfang an durch Atmosphäre und phänomenaler Optik. Sicher, die Anleihen bei Alien, Cube und Matrix sind unübersehbar, wenn man jedoch bedenkt, dass die Dreharbeiten allein 9 Jahre gedauert haben, muss man die Ideen wirklich loben und anerkennen, dass hier die beklemmende Athmosphäre von Sunshine vorweg genommen wurde. Leider wirkt der Film in Phasen langatmig, da die wenigen guten Action-Szenen einfach zu kurz geraten sind. Hier hätte ein bisschen mehr Tempo und Dramatik durchaus nicht geschadet. Die Darsteller sind durchweg gut im Rahmen ihrer doch ziemlich begrenzten Rollen, wobei Claude-Oliver

Filmtipp: Returner (2002)

Geschrieben von Olaf Lux am Samstag, 20. März 2010 um 13:07 in Film
Also, mal wieder ein japanischer Film. Hmm, ein Science Fiction. Anleihen bei Matrix, Terminator, E.T., Independence Day, sagen alle anderen. Egal, man kann ja nicht immer Pech haben...

Aber was heißt hier Pech, immerhin spielt Takeshi Kaneshiro mit, der japanische Orlando Bloom, der uns schon in Red Cliff sehr beeindruckte. In Returner - Kampf um die Zukunft ist er noch ein bisschen jünger und hübscher, und mindestens ebenso fotogen und präsent wie im epischen Red Cliff. Und als einziges bekanntes Gesicht trägt er den Film mühelos durch die meist rasante Hatz auf Gangster, Aliens und vorlaute Mädels aus der Zukunft.

Zum Plot und zur Story will ich gar nicht viel erzählen (siehe Anleihen oben), dennoch löst sich Returner weit genug von den Vorlagen ab, um eine eigene, interessante Geschichte zu erzählen. Schon dadurch, dass das Ufo mal nicht im mittleren Westen der USA landet, sondern in Japan, bieten sich ganz andere Möglichkeiten des Erzählens, die für sich natürlich wieder ausgesprochen klischeehaft sind, aber für uns Westler dennoch wohltuend anders rüberkommen. Und als Hauptfigur letztlich ein junges aber toughes Mädchen zu wählen anstatt eines Elite-Ninja-Einzelkämpfer-Soldaten - angenehm anders.

Die Optik ist passabel, die Effekte ganz okay, die Action gewohnt spektakulär, Explosionen, Schießereien, Martial Arts halten sich die Waage, dazu einige skurrile Ideen und eine zigarrenrauchende Ass-Kick-Oma, genug um 2 Stunden zu unterhalten ohne

Filmtipp: Watchmen – Die Wächter (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Sonntag, 27. September 2009 um 20:28 in Film
Ein Superheldenfilm - na toll! Mal was ganz neues.

Ehrlich gesagt kann ich es nicht mehr sehen. Jeder, aber wirklich jeder Superheld wird in sein buntes Kostümchen gesteckt und vor die Kamera gezerrt, selbst so lächerliche Figuren wie Thor, Wonder Woman oder Grüne Laterne kriegen ihren Blockbuster - und die Leute gehen auch noch scharenweise rein, so dass die Filmbosse glauben Oho, Superhelden-Filme sind total beliebt, da müssen wir noch mehr von machen! Also können wir sicher sein, in den nächsten Jahren weiterhin mit Comic-Verfilmungen genervt zu werden, schließlich gibts ja noch Elastoman, Phantom Lady und Oskar die Supermaus. Und und und...

Dann kam Watchmen.

Was soll ich sagen - neben Sin City und 300 einer der besten Comic-Verfilmungen überhaupt. Doch wo erstere durch ihren Stil und die ausgefallene Präsentation glänzten, wirkt Watchmen durch seine total abgedrehte, geniale Story. Und natürlich durch die Superhelden - die eigentlich gar keine sind...

Ohne zuviel zu verraten: wie die Helden in Watchmen portraitiert werden ist schlichtweg brillant. Ebenso die visuelle Darstellung, die zwischen unfreiwillig komisch und absichtlich abgekupfert schwankt, dabei nicht selten die Grenzen der Karikatur austestet und manchmal sogar überschreitet. Die Super-Fähigkeiten halten sich dafür angenehm zurück - natürlich. Vom Großen Schlumpf mal abgesehen, aber dazu später. Dazu genug futuristische Gadgets, um den visuell Fixierten etwas zu bieten, genug knappe Latex-Suits, um den sexuell Fixierten zu befriedigen und genug ansehnliche Spezial-Effekte für das dicke Ende...ääh...große

Film-Remakes: Gutes vom Vortag oder doch nur aufgewärmt?

Geschrieben von Olaf Lux am Sonntag, 2. August 2009 um 20:43 in Film
Remakes von Filmen sind ja generell ein heikles Thema.

Einige sind gut, einige schlecht, bei manchen Filmen machen sie Sinn, bei anderen überhaupt nicht. Oftmals scheinen Remakes mangels neuer Ideen aus der Schublade geholt zu werden, man spart viel Zeit und Arbeit und kann bei der Vorlage wunderbar klauen. Andererseits kann ein Film, der früher mehr schlecht als recht realisierbar war, mit heutigen Mitteln vielleicht viel interessanter inszeniert werden - Titanic zum Beispiel. Und dann kommt es immer noch drauf an, ob man überhaupt weiß bzw. bemerkt, dass es sich um eine Neuverfilmung handelt. Gutes Beispiel: I am Legend (2007). Jüngere Kinogänger werden kaum noch die 1971er Verfilmung Der Omegamann mit Charlten Heston kennen. Und selbst Cineasten reiferen Alters wissen bestimmt nicht alle, dass auch das ein Remake war von The Last Man on Earth mit Vincent Price aus 1963. Und dass es 2007 noch eine Adaption namens I am Omega mit Mark Dacascos gab. Sicher lässt sich das heutzutage relativ schnell und problemlos recherchieren, doch wer macht sich schon die Mühe, jeden Film auf etwaige Vorgänger hin zu überprüfen und sich womöglich diese alten Schinken noch zu besorgen und vorab anzuschauen......OK, ich.

Ziemlich sinnlos finde ich Remakes, die die Vorlage 1 zu 1 kopieren, wie z.B. Psycho. Mit Original Filmmusik, dem Original-Script, fast jede Einstellung nachzustellen, nur halt mit neueren Darstellern und in Farbe - was bringt das? Wenn der Ursprungsfilm genial ist, kann ein Remake doch nur lahm sein. Andere Beispiele: Nachtwache und Funny Games oder The Ring. Wirklich gute europäische oder asiatische Filme, die dann für den amerikanischen Markt nochmal nachgedreht werden, teilweise sogar vom gleichen Regisseur. Und nur, damit Tom, Dick and Harry sich bloß nichts ausländisches ansehen müssen. Als würde man in Deutschland Krieg der Sterne nochmal nachdrehen mit

Filmtipp: Star Trek (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Mittwoch, 20. Mai 2009 um 21:45 in Film
Ich kenne Star Trek. Nicht nur ein bisschen, ich kenne alles - jeden Film, jede Folge. Ich weiß alles über Kirk, Spock, die Enterprise, die Klingonen und die Sternenflotte. Ich weiß, wer wo wann mal einen Gastauftritt hatte, wer wann wo gestorben ist und warum. Ich weiß, auf welchem Deck die Krankenstation ist, wie das Verhältnis von Materie-Antimaterie in der Dilithiumkammer sein muss und dass den Scotch laut Chekov zwei alte Ladies in Leningrad erfunden haben.

Und nun setzt man mir einen Film vor, nennt ihn einfach nur Star Trek, und sagt: wir fangen einfach mal neu und von vorne an. Hmmmm, dachte ich mir, und war skeptisch. Sicher wäre es ungemein interessant zu sehen, wie sich Kirk und Spock und die anderen Helden meiner Jugend wirklich kennengelernt haben, wie sie sich durch die Sternenflottenakademie kämpfen, um schließlich auf dem Raumschiff Enterprise zusammenzufinden und all die Abenteuer zu bestehen, die ich so in- und auswendig kenne. Aber...

...au weia, das kann ja nur in die Hose gehen. Wenn da nicht ein enthusiastischer Star Trek-Fan rangeht, wird das nix. Schließlich gibt es den Star Trek-Kanon, und jede Abweichung dazu ist meines Erachtens doof. Wenn in der Serie Spocks Vater Sarek heißt, wäre es doof, ihn nun Horst zu nennen. Und Uhura ist nun mal eine dunkelhäutige Schönheit, und ich fände es doof, wenn es plötzlich ein blasser Norweger mit Bart wäre (ich sag nur Starbuck aus Battlestar Galactica). Diese hunderten kleinen Details kennen die Fans nun mal, und es wäre wirklich schade, wenn eine Neuinterpretation von Star Trek dies

Klassiker: Outland - Planet der Verdammten (1981)

Geschrieben von Olaf Lux am Dienstag, 7. April 2009 um 17:30 in Film
Tja, während Snake Plissken (s.u.) sich noch auf der Erde mit New Yorks Gesocks herumschlägt, kriegt es Sean Connery im gleichen Produktionsjahr mit ähnlich üblen Typen auf dem Jupitermond Io zu tun. Bei der dortigen Bergbaustation war nämlich die Stelle des Marshals frei, und nun schlägt er sich mit dubiosen Drogenhändlern herum, deren neuestes Produkt so fröhlich macht, dass man auch schon mal ohne Raumanzug einen Spaziergang an der frischen Luft versucht. Und da das eher ungesund ist, die Stationsleitung jedoch sämtliche Vorfälle als normale Kollateralschäden herunterspielt, sieht sich unser Space-007 plötzlich allein einer korrupten Übermacht gegenüber. Der Stationsleiter bietet ihm noch großzügig eine kleine Augenschließ-Abfindung an, doch Sean Connery hat damit 2 Probleme: erstens ist er ein grundehrlicher Kerl und zweitens wurde er gerade von Frau und Kind verlassen, hat also eine Scheißlaune - und da kommen doch so 2 Profikiller, die man auf ihn ansetzt gerade richtig, um Dampf abzulassen...

Outland wird ja gemeinhin als High Noon im Weltall betitelt, und eine Reihe Parallelen kann man ihm wirklich nicht absprechen, auch wenn der Film nicht in Echtzeit erzählt wird. Dennoch ist das Thema im Prinzip das Gleiche: einsamer Marshal gegen eine Übermacht an Gangstern, die um eine bestimmte Zeit ankommen - und niemand, der ihm hilft. So wird in Outland die Ankunft der Killer mit einer rückwärts laufenden Uhr dramatisiert, und westernlike sind alle mit Schusswaffen ausgestattet statt mit Strahlenpistolen. Was fehlt ist ein ähnlich eindringlicher Soundtrack, aber das hätte nicht zu Set und Look gepasst, der sich eher an Alien orientiert mit seinen funktionalen, technisierten Räumlichkeiten. Nicht zu vergessen

Klassiker: Die Klapperschlange (1981)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 27. März 2009 um 21:12 in Film
Schaut man sich heute Die Klapperschlange an, ist es natürlich ein in die Jahre gekommener Actionfilm mit veralterten Effekten, biederen Actionszenen und überholter Zeitspur, denn die Handlung spielt in 1997, was natürlich fernste Zukunft war, als der Film in die Kinos kam. Dennoch ist die Idee mit Manhattan als riesigem Gefängnis natürlich zeitlos cool und angesichts gleichbleibend hoher Kriminalitätsrate immer noch aktuell und durchaus nachvollziehbar. Die Klapperschlange hat in Stil, Look und Tenor Genre-Klassikern wie Running Man oder Blade Runner den Weg geebnet, sich gleichzeitig aber auch vor Dystopien wie Soylent Green oder I am Legend verbeugt.

Nenn mich Mike - Stuntman Mike!
Außerdem wartet John Carpenter eine beeindruckende Besetzungsliste auf - allen voran sein Lieblingsheld Kurt Russell als Snake Plissken. Dieser Name allein ist doch Kult. Dazu der ultracoole Look mit Augenklappe, eng anliegendem Outfit und Schlangentattoo - so werden Action-Ikonen geboren. Dazu noch Lee Van Cleef als zwielichtiger Militär, der das gewisse Etwas zwischen Arsch und Mentor treffend verkörpert. Nicht zu vergessen Carpenters Lieblingsriege mit Donald Pleasence als Präsident, Tom Atkins, dem Chuck Norris unter den B-Movie-Helden, Harry Dean Stanton als Brain, Ernest Borgnine als Cabby und Adrienne Barbeau, die nie draller war. Isaac Hayes als Bösewicht war ein Versuch, aber nicht die beste Wahl, dafür bringt der völlig unbekannte Frank Doubleday als Kinski-Klon die nötige Psychopatie mit, um sehr präsent zu wirken. Als Carpenter-Fan erinnert man sich natürlich daran, dass eben dieser Frank Doubleday den Gangleader in Das Ende verkörpert hat, der kaltblütig das kleine Mädchen hinrichtet. Ein Unsympath allererster Güte halt...
Gestatten, Kinski Harkonnen


Überhaupt klaut Carpenter prima bei sich selbst, wenn er die wilden Gangsterhorden durch Fenster, Türen und Wände

Klassiker: Dark Star - Finsterer Stern (1974)

Geschrieben von Olaf Lux am Donnerstag, 22. Januar 2009 um 21:17 in Film
Im Rahmen einer John Carpenter-Retrospektive musste ich natürlich mit Dark Star - Finsterer Stern beginnen, seinem zum Kultfilm avancierten Erstlingswerk. Mit einfachsten Mitteln hat Carpenter hier eine gelungene Persiflage auf 2001 - A Space Odyssey realisiert und ganz nebenbei Genre-Klassiker wie Alien vorweggenommen. Dark Star war tatsächlich der erste Film, in dem das außerirdische Wesen als Alien bezeichnet wurde, was allerdings in der Synchronisation verloren geht, wobei Exot angesichts des schnatternden Gummiballgemüses auch eine treffende Bezeichnung darstellt.

Aber der Trend, Raumfahrer realistisch als dreckige Malocher statt als geleckte Helden darzustellen, wurde hier geboren. So sind die 4 Figuren an Bord auch eher Hippies in Overalls, die stur ihre sinnlos erscheinende Mission erfüllen, dabei fast völlig ihr soziales Verhalten vergessen haben und untereinander wie Teenager rumzicken. Auch das Raumschiff mit dem wohlklingenden Namen Dark Star (in großen Star Trek-Lettern an der Seite zu lesen) wirkt so, wie es halt wirken muss nach einer 20-jährigen Reise ohne Zwischenstopp - und das Klopapier ist ausgegangen. Witzig realistisch, wie die Jungs ihre Langweile mit sinnlosem Klamauk und metaphysischen Gesprächen bekämpfen wollen. Andererseits gruselig, wenn einem dämmert, dass die gleichen Jokes und Gespräche wahrscheinlich schon 100mal so oder so ähnlich gemacht wurden.

Und was wird aus einem Schauspieler, der in so einem Kultfilm mitspielt? Richtig - gar nix. Jedenfalls haben drei von den vieren nicht mehr viel im Filmgeschäft gemacht, außer Dan O'Bannon - der hat wenig später das Drehbuch geschrieben zu: Alien. Und so fällt dann schon auf, dass die Finger-Messer-Spielerei von Bishop seinen Ursprung eigentlich hier hat. Es wird ja ohnehin geklaut, wo es nur geht - man nennt es halt Hommage und legitimiert es damit. So wird halt nicht mit

Filmtipp: Der Tag, an dem die Erde stillstand (2008)

Geschrieben von Olaf Lux am Mittwoch, 24. Dezember 2008 um 11:40 in Film
Der Trailer war eigentlich vielversprechend, aber der wahre Grund, warum ich in das Remake von Der Tag, an dem die Erde stillstand (1951) gegangen bin, war wohl, dass ich das Original mag. Das war in seiner Zeit nämlich ein ziemlich provokanter Science Fiction, in dem die Aliens mal nicht böse, schleimig und invasorisch waren, sondern im Grunde den Menschen helfen wollten. Außerdem gabs Gort - und Riesenroboter sind sowieso cool.

Auslöschungsstrahl - fizzz!
Keanu Reeves als Klaatu konnte ich mir gut vorstellen, eine moderne, frische Interpretation des Stoffes reizte mich und natürlich wollte ich sehen, wie ein 2008er Gort aussieht. Also am Tag vor Heilig Abend ins leicht besetzte Kino und mal sehen.

Tja, leider ist Der Tag, an dem die Erde stillstand nichts besonderes. Visuell ganz gut gemacht vermisst man den Charme des Originals, die Tiefe der Charaktere wirkt etwas erzwungen, Keanu Reeves darf auf Grund des Drehbuchs nur teilnahmslos überlegen ernst schauen, Jennifer Connelly besetzt das Klischee der hübschen Top-Wissenschaftlerin mit

Wo ist nur die zweite Socke? - Die Star Trek-Theorie

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 5. Dezember 2008 um 20:54 in Allgemein
Eines der mysteriösesten Phänomene der modernen Haushaltstechnik war und ist die Tatsache, dass beim Waschvorgang einzelne Socken spurlos verschwinden. Wohl in jedem Haushalt gibt es einen Beutel, eine Tüte, einen Behälter zum Sammeln einzelner Sockenexemplare in der Hoffnung, das passende Gegenstück möge irgendwann einmal auftauchen. Nach 1-2 Jahren werden diese meist missmutig entsorgt, manche Leute bilden Look-alike-Sockenpaare nach dem Motto "dunkelblau und schwarz - das merkt schon keiner" und kreativ Veranlagte vermitteln auch schon mal Sockenpärchen bar jedweder Übereinstimmung. Sicher ist, dass der Sockenbehälter recht zügig wieder Nachschubmaterial bekommt, spätestens mit dem nächsten Waschtag.

Bisherige Erklärungsversuche schoben dieses Verschwinden meistens auf Fehler, die innerhalb der Waschmaschine vor sich gehen. So meinen einige, die Socken würden irgendwo in der Maschine bleiben. Doch empirische Test zeigten, dass sich in aufgeschraubten Waschmaschinen eher selten Socken in der Elektronik fanden.
Einige sind sich sicher, dass die Socken durch den Abfluss verschwinden, obwohl es hier Abflussgitter gibt und die Schläuche eher dünn ausfallen. Demnach müssten in Abwasserkanälen und Klärwerken Unmengen von einzelnen Socken angespült werden - Berichte darüber sind mir nicht bekannt.
Es gibt sogar die Theorie, die Socken würden sich durch Wasser, Hitze und Schleudergang tatsächlich auflösen, also aufribbeln, sich sozusagen bis auf Fadengröße selbst zerstören und so durch den Abfluss entschwinden oder von einem Fleecepulli assimiliert werden. Interessant.

Keine Theorie bedenkt jedoch eine bemerkenswerte Tatsache: es verschwinden immer nur einzelne Socken, niemals ganze

Filmtipp: I Am Legend (2007)

Geschrieben von Olaf Lux am Mittwoch, 18. Juni 2008 um 16:11 in Film
Und wieder ein Remake von einem Remake. Und auch die schönsten Spezialeffekte können nicht darüber hinwegtäuschen, dass nicht schon Charlton Heston in Der Omega-Mann durch die menschenleeren Straßen irrte, die Vincent Price bereits in The Last Man On Earth durchstreifte. Und da die Vampire des Ursprungsromans mittlerweile zur Genüge ausgelutscht haben, machte man halt Mutanten draus. Diese allerdings gänzlich per Computer zu erzeugen, nimmt dem Film einige Möglichkeiten, die Wesen der Nacht differenzierter darzustellen, denn eine gewisse Intelligenz kann man ihnen beileibe nicht absprechen, selbst wenn unser Held Will Smith dies völlig verneint. Die älteren Verfilmungen waren in dieser Hinsicht wesentlich differentierter.

Was I Am Legend wirklich gelingt, ist die Atmosphäre eines menschenleeren New Yorks bedrückend und realistisch darzustellen. Endlose verlassene Häuserschluchten, überwucherte Bürgersteige, Tiere zwischen den Autowracks - sehr beeindruckend in Szene gesetzt. Die schönsten Effekte erzielt man immer noch dann, wenn der Zuschauer sich fragen muss Wie haben die das gemacht? Wirklich toll. Gruselig auch der erste Auftritt der Mutanten - man würde ja denken, die schlafen tagsüber, um dann nachts auf die Jagd zu gehen, aber Pustekuchen. Die warten eigentlich nur drauf, dass mal jemand zu Besuch kommt. Blöd, wenn es nur noch EINEN jemand auf der Welt gibt...

Das ist Will Smith, der Immune, der letzte seiner Art, jetzt Hausmeister von New York und seines Zeichens Wissenschaftler, immer noch auf der Suche nach einem

Filmtipp: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (2008)

Geschrieben von Olaf Lux am Sonntag, 8. Juni 2008 um 14:13 in Film
Achtung: für eine vernünftige Kritik müssen leider einige Dinge verraten werde, daher: SPOILER-ALARM!

Ich glaube, das Problem von Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels ist, dass es eigentlich ein unnötiger Film ist. Es gab eine abgeschlossene Trilogie mit einem furiosen Ende, die Helden ritten in den Sonnenuntergang - alles perfekt. Wieso also einen vierten Film?

Nun ja, die tolle TV-Serie Die Abenteuer des jungen Indiana Jones hat gezeigt, dass man mit der Figur des Indiana Jones durchaus durch die Epochen springen und spannende, unterhaltsame Geschichten erzählen kann. Und ihn als gealterten Helden in die 50er Jahre zu schmeissen, fand ich eine sehr gelungene Idee. Statt Nazis sind es jetzt halt die Russen des kalten Krieges, die Indi auf der Suche nach dem großen Geheimnis in die Quere kommen. Die Autos sind etwas moderner, die Musik etwas flotter, die Mode etwas geckiger - und unser Held etwas älter und weiser. Dennoch beweist er von Anfang an, dass er immer noch der Mann der Tat ist. Man muss bedenken, dass Indi ja nicht 20 Jahre in seiner Bibliothek eingesperrt war. Er hat vielmehr 20 Jahre lang weitere haarsträubende, gefährliche und ausweglose Situationen (üb-)erlebt, unzählige mystische Geheimnisse erschlossen, gegenüber Tyrannen, Dämonen und Göttern bestanden. Da soll mir keiner sagen, dass er sich nun von Genossin Cate Blanchett, einigen russischen Schlägern oder ein paar Abkömmlingen der Majas aus der Fassung bringen lässt. Im Gegenteil, ich wäre enttäuscht gewesen, wenn man Indi nicht seine innere Überlegenheit angemerkt hätte. Und so konnte ich mich genüsslich zurücklehnen und genießen, wie Harrison Ford die Register seines Könnens zieht, den Russen zeigt, wo die Peitsche hängt und seinem jüngeren Begleiter Shia LaBeouf mehr als einmal die Show stiehlt.

Ich hab mir ja die schlechten Kritiken einiger Leute angesehen - und mich wirklich gewundert, über was die sich aufregen. Da sind einmal die, die sich Hardcore-Fans nennen, und im Grunde immer den gleichen Film wiedersehen wollen. Die haben so eine Schablone im Kopf, und wenn der Film da nicht reinpasst, ist es halt ein Scheißfilm. Diese Leute tun mir echt leid. Noch bedauernswerter finde ich jedoch die Leute, die einen Fantasy-Film nach Logikfehlern durchsuchen, um sich dann darüber aufzuregen. Da regt sich einer auf, weil der Kühlschrank von innen aufgeht. Hallo? Das ist Indiana Jones, der hat gerade eine

Filmtipp: Transformers (2007)

Geschrieben von Olaf Lux am Montag, 31. Dezember 2007 um 16:51 in Film
Wenn Michael Bay einen Film macht, kann man sicher sein, dass es kracht. Er hat Genre-Klassiker wie Bad Boys, The Rock, Armageddon und Pearl Habor inszeniert. Und nun hat er sich um die Realverfilmung der alten Zeichentrickserie Transformers gekümmert. Nunja, soweit man von Realverfilmung sprechen kann bei einem Film, deren Hauptcharaktere hausgroße außerirdische Hightech-Roboter sind, die sich in alltägliche menschliche Fahrzeuge verwandeln können, und sich nun gegenseitig durch die Gegend prügeln, weil es halt gute und böse Roboter gibt.

Und weil das für sich eher ein Animationsfilm wäre, lässt man noch einige Teenager, Elitesoldaten, Geheimagenten und besorgte Eltern auftreten, damit das ganze auch irgendeinen Ansprech-Anspruch bekommt.

Ich muss dazu sagen, dass ich als Kind nie Transformers gesehen habe, ich hatte nie einen verwandelbaren Truck als Spielzeug und ich war überrascht, wie nah der Film letztendlich an der literarischen (?) Vorlage bleibt. Keine Frage, die Action ist beeindruckend, die Transformerszenen phantastisch animiert, der obligatorische Loser-Held Shia LaBeouf irgendwie knuffig und Megan Fox...mmmh lecker. Dennoch fällt es mir schwer, den Film ernstzunehmen, und das ist wahrscheinlich auch gar nicht beabsichtigt gewesen.

Transformers ist ganz eindeutig für Kinder produziert und ich bin sicher, mein Neffe würde ihn lieben, und ich würde ihn auch bedenkenlos vor den Fernseher setzten. Als Erwachsener fällt es mir jedoch schwer, die sicher 100ten Toten auszublenden, die man im Film nicht sieht. Da mischt ein böser Transformer ein Militärcamp auf und legt alles in Schutt und Asche - cool, er ist so stark, dass er mit Panzern um sich schmeißt, wow! Dass da evtl.

O-Ton des Tages

"Feminismus existiert nur, um hässliche Frauen in die Gesellschaft zu integrieren..."
Charles Bukowski

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