Filmtipp: Gesetz der Rache (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Samstag, 1. Mai 2010 um 12:31 in Film
Was macht ein Familienvater, der erst mit ansehen muss, wie Frau und Kind ermordet werden, und anschließend eröffnet bekommt, dass die Staatsanwaltschaft mit dem Haupttäter einen Deal gemacht hat, um den Mitläufer sicher einzulochen?

Richtig, er schickt ein Gebet an Charles Bronson und nimmt die Justiz selbst in die Hand. Heraus kommt ein politisch völlig unkorrekter Actionthriller namens Gesetz der Rache, in dem Gerard Butler einmal mehr beweist, dass er der bessere Clive Owen ist. Natürlich gibt so ein Stoff nicht allzu viele Möglichkeiten, sich einen Schauspiel-Oscar zu verdienen, aber allein sein Auftritt bei der eigenen Gerichtsverhandlung lässt einen vom Sofa aufspringen und jubeln. Jamie Foxx als zwiespältiger Staatsanwalt hat leider auch wenig Plattform für Außergewöhnliches, dafür ist es schön Colm Meaney mal wieder ohne Starfleet-Uniform in Aktion zu sehen.

Gesetz der Rache ist spannend und blutig, der Held geht nicht zimperlich um mit seinen Opfern und es wird gerade soviel nicht gezeigt, um die FSK16 zu behalten. Jigsaw selbst hätte seine Freude dran. Dass er seine Vergeltung dann auf alle an dem Prozess Beteiligten ausweitet, ist zwar etwas krass und schlecht nachvollziehbar, aber hey – das ist Film, der darf das. Und dass man sich permanent fragen muss, wie er das nun überhaupt gemacht hat, wo er doch gerade selbst in U-Haft sitzt, gibt dem

Filmtipp: The Code - Vertraue keinem Dieb (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Samstag, 10. April 2010 um 21:42 in Film
Manchmal komisch, wenn Schauspiel-Größen wie Morgan Freeman und Antonio Banderas in Filmen mitspielen, die dann gar nicht ins Kino kommen, sondern klammheimlich irgendwann als DVD-Release in der Videothek stehen und man hat niemals vorher von ihnen gehört. Andererseits aber auch schön, ab und zu mal einen Film zu finden, den man völlig unvoreingenommen ansehen kann, ohne durch Trailer, Kritiken und Promotion schon vorher zu wissen, wie er ausgeht. Auch wenn dieser Film nicht immer perfekt ist.

The Code ist ein Gaunerfilm, ein Rififi-Thriller über zwei Diebe, die gemeinsam einen unmöglichen Coup abziehen wollen. Morgan Freeman, der weise Gentleman-Dieb, der schon alles gesehen und gemacht hat, Antonio Banderas als cleverer Heißsporn, der auch mal ein Risiko eingeht. Zusammen wollen sie in einen megasicheren Tresor einbrechen, um 2 Fabergè-Eier zu stehlen. Dazu müssen sie nicht nur unzählige Sicherheitssperren überwinden, sondern sich auch mit russischen Wachleuten und hartnäckigen Cops herumschlagen. Robert Forster ist der Detective, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, Morgan Freeman das Handwerk zu legen. Und er ahnt, dass hier was im Busche ist...

Leider muss man sagen, dass The Code zwar unterhaltsam, aber nicht besonderes originell ist. Filme über ausgeklügelte Einbrüche gibt es viele, und da ist es natürlich logisch, dass dieselben Zutaten auch hier auftauchen. Handscanner, Stimmerkennung, Infrarotstrahlen, Stahltüren und Sicherheitscodes - all das mussten schon andere überlisten, um an das große Geld oder den wertvollen Kunstschatz zu gelangen. So auch hier, wobei es natürlich alles etwas modern und zeitgemäß abläuft - ein 2-stündiger Werbespot

Filmtipp: Cargo - Da draußen bist du allein (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Montag, 5. April 2010 um 13:18 in Film
Ein schweizer Science Fiction Film? Das ist ja für sich schon interessant. Aber der Trailer versprach auch noch visuell ein Erlebnis, dass Hollywood in nichts nachstehen sollte. Auf jeden Fall mal etwas Abwechslung vom üblichen SF-Einheitsbrei, den man in letzter Zeit zu sehen bekommt - von Avatar mal abgesehen.

Zur nicht weiter ausgefallenen Story: die Erde ist mal wieder unbewohnbar geworden, die Menschen hausen zusammengepfercht auf schmuddeligen Raumstationen, nur wer das nötige Kleingeld hat oder Glück beim Lotto, darf auf Rhea leben, der einzig erreichbare bewohnbare Planet, ein Paradies, aber die Reise dorthin dauert Jahre.

Laura möchte dahin zu ihrer Familie und heuert auf einem Frachtschiff an, um genug Geld zu verdienen. Die Tour soll Bauteile für eine Raumstation j.w.d. liefern und dauert 8 Jahre hin und zurück. Die meiste Zeit davon liegt man im Kälteschlaf, nur einer hat immer 8 Monate Wachdienst, bis dann der nächste dran kommt. So lange allein auf einem riesigen Raumschiff, da kann man sich schon mal Geräusche und Schatten und sowas einbilden. Es sei denn, es ist noch jemand an Bord, von dem niemand weiß...

Zu allererst einmal - Respekt! Für den ersten schweizer SF-Film und den ersten Film von Regisseur Ivan Engler überhaupt, besticht Cargo von Anfang an durch Atmosphäre und phänomenaler Optik. Sicher, die Anleihen bei Alien, Cube und Matrix sind unübersehbar, wenn man jedoch bedenkt, dass die Dreharbeiten allein 9 Jahre gedauert haben, muss man die Ideen wirklich loben und anerkennen, dass hier die beklemmende Athmosphäre von Sunshine vorweg genommen wurde. Leider wirkt der Film in Phasen langatmig, da die wenigen guten Action-Szenen einfach zu kurz geraten sind. Hier hätte ein bisschen mehr Tempo und Dramatik durchaus nicht geschadet. Die Darsteller sind durchweg gut im Rahmen ihrer doch ziemlich begrenzten Rollen, wobei Claude-Oliver

Filmtipp: Watchmen – Die Wächter (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Sonntag, 27. September 2009 um 20:28 in Film
Ein Superheldenfilm - na toll! Mal was ganz neues.

Ehrlich gesagt kann ich es nicht mehr sehen. Jeder, aber wirklich jeder Superheld wird in sein buntes Kostümchen gesteckt und vor die Kamera gezerrt, selbst so lächerliche Figuren wie Thor, Wonder Woman oder Grüne Laterne kriegen ihren Blockbuster - und die Leute gehen auch noch scharenweise rein, so dass die Filmbosse glauben Oho, Superhelden-Filme sind total beliebt, da müssen wir noch mehr von machen! Also können wir sicher sein, in den nächsten Jahren weiterhin mit Comic-Verfilmungen genervt zu werden, schließlich gibts ja noch Elastoman, Phantom Lady und Oskar die Supermaus. Und und und...

Dann kam Watchmen.

Was soll ich sagen - neben Sin City und 300 einer der besten Comic-Verfilmungen überhaupt. Doch wo erstere durch ihren Stil und die ausgefallene Präsentation glänzten, wirkt Watchmen durch seine total abgedrehte, geniale Story. Und natürlich durch die Superhelden - die eigentlich gar keine sind...

Ohne zuviel zu verraten: wie die Helden in Watchmen portraitiert werden ist schlichtweg brillant. Ebenso die visuelle Darstellung, die zwischen unfreiwillig komisch und absichtlich abgekupfert schwankt, dabei nicht selten die Grenzen der Karikatur austestet und manchmal sogar überschreitet. Die Super-Fähigkeiten halten sich dafür angenehm zurück - natürlich. Vom Großen Schlumpf mal abgesehen, aber dazu später. Dazu genug futuristische Gadgets, um den visuell Fixierten etwas zu bieten, genug knappe Latex-Suits, um den sexuell Fixierten zu befriedigen und genug ansehnliche Spezial-Effekte für das dicke Ende...ääh...große

Filmtipp: Inglourious Basterds (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Sonntag, 20. September 2009 um 17:39 in Film
Während des zweiten Weltkriegs formiert der von Indianern abstammende Lt. Aldo Raine eine alliierte jüdische Spezial-Einheit, die im okkupierten Frankreich guerillamäßig jeden Nazi killt, der ihr über den Weg läuft. Dabei gehen sie brutal und rücksichtslos vor, skalpieren ihre Opfer und lassen wenige mit in die Stirn geschnitzten Hakenkreuzen laufen, um in der deutschen Truppe Angst und Schrecken zu verbreiten.

Als sie davon erfahren, dass in einem Kino in Paris der neueste Propagandafilm Joseph Goebbels' gezeigt werden soll, beschließen sie, während der Premiere das Kino mit allen hochdekorierten Gästen und Offizieren in die Luft zu sprengen. Dabei ist ihnen jedoch stets der "Judenjäger" genannte SS-Standartenführer Hans Landa auf den Fersen...


Soweit zur Handlung in Kürze. Jeder andere amerikanische Regisseur hätte sich nun einen Hollywoodstar gesucht, der den Aldo Raine spielt, eine handvoll kerniger, bekannter US-Nebendarsteller (einen großen mit Bürstenschnitt, einen Schwarzen, einen jungen, der zuviel redet und einen etwas schüchternen mit Brille), die die Basterds heroisch verkörpern, dazu jede Menge unbekannte, blonde Darsteller für die Nazis, die überzeugend "Halt!" "Heil Hitler!" und "Schweinehund!" bellen können - und los gehts...

Nicht so Quentin Tarantino. Und bereits hier möchte ich meinen tiefen Respekt auch vor dem Mut des Meisters bekunden, für den ausgefeilten, absolut überzeugenden Cast, den er hier zusammengetragen hat. Da werden natürlich sämtliche Deutschen von deutschsprachigen Darstellern gespielt und französische Rollen mit Franzosen besetzt. Und ich spreche hier nicht von unwichtigen Nebenrollen, sondern von tragenden Haupt- und markanten Nebenrollen. Und mit Brad Pitt als Aldo Raine stellt Tarantino so nebenbei sicher, dass auch das amerikanische Publikum sich dem Film nicht vollkommen entziehen kann, denn Brad Pitt ist und

Filmtipp: Gran Torino (2008)

Geschrieben von Olaf Lux am Sonntag, 12. Juli 2009 um 02:04 in Film
Mal ehrlich, wie blöd muss man sein, Clint Eastwood auf seinem eigenen Rasen dumm zu kommen. Tja, die Jugendgang, die das versucht, scheint noch nie von Dirty Harry oder dem Pale Rider gehört zu haben, andernfalls hätten die Jungs sich flugs verpieselt und unter dem nächsten Stein verkrochen, anstatt auf dicke Hose zu machen. Mächtig böser Fehler.

Gran Torino, der letzte Geniestreich des Altmeisters, ist ein Film über Rassismus und Toleranz, über Vorurteile und Vergebung, über Nachbarschaft und Glauben, über das Altsein und das Erwachsen werden, über Famile und Freundschaft. Und über noch vieles mehr. Und Eastwood trägt die packende Story mühelos auf seinen alt gewordenen Schultern. Sein Gesicht, verbittert und zerfurcht, scheint all die Schießereien, die Gewalt, die Kriege und Verbrechen widerzuspiegeln, die Eastwood in all den Jahren in all den Rollen gesehen und erlebt hat. Mit stechenden Augen und knarziger Stimme scheißt er auf die ganze Welt, nicht mal die eigene Famile hält es lange bei ihm aus, und so fristet der Griesgram einsam und allein seine Tage, und will doch eigentlich nur in Ruhe auf der Veranda sitzen und ein Bierchen zischen. Wenn, ja wenn da nicht diese verfluchten Schlitzaugen nebenan wären...

Der Film besticht durch eine unglaubliche Intensität, witzige Dialoge und in den Bart genuschelte Beleidigungen, die einen laut lachen lassen. Allein die Besuche beim Frisör - Brüller. Oder die Nachbars-Oma, die ebenso flucht, nörgelt und spuckt wie Eastwood, nur asiatisch eben - köstlich. Natürlich bleibt es nicht bei der kurzweiligen Annäherung fremder Kulturen, unterschiedlicher Lebensweisen und riesiger Altersunterschiede. Dazu sind die Gangmitglieder einfach zu verbohrt, um ein gut gemeintes "lass dich noch einmal hier blicken und ich reiß dir den Arsch auf" anzunehmen und ihr Leben zu überdenken. Und so muss Opa Eastwood wohl doch nochmal

Filmtipp: The Broken (2008)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 10. Juli 2009 um 19:38 in Film
Als Jugendlicher habe ich mal eine Kurzgeschichte mit dem Titel Situs Inversus geschrieben. Darin passiert es, dass das Spiegelbild eines Mannes ein Eigenleben entwickelt und sich beschwert, dass er nur existiert, wenn sich der Mann irgendwo spiegelt, und dann muss er auch noch alles nachmachen. Also machen die beiden einen Deal, dass der Mann sich ein paar Tage frei gönnt und das Spiegelbild darf raus in die reale Welt. Leider schaut er aber an der Straße nach rechts statt nach links und wird von einem Auto überfahren. Der Arzt im Krankenhaus meint noch, sie hätten den "Zwillingsbruder" ja retten können, wenn sie gewusst hätten, dass er Situs Inversus war - sprich, dass seine Organe spiegelverkehrt angeordnet waren...

Tja, irgendwie müssen die in England an meine Story gekommen sein und haben da einen Grusel-Thriller draus gemacht. The Broken spielt nämlich mit genau dieser Idee - Was, wenn unsere Spiegelbilder ein Eigenleben entwickeln? Allerdings sind hier die Spiegelbilder nicht ganz so nett, dass sie für uns zur Arbeit gehen würden. Vielmehr wollen sie unseren Platz einnehmen - und dazu müssen sie das Original natürlich los werden...

The Broken besticht durch Atmosphäre und ausgefeilte Kamera- und Lichttechnik. Man weiß nicht immer genau, ob man nun ein echtes Bild oder ein Spiegelbild sieht. Natürlich dürfen die klassischen Effekte nicht fehlen, wenn das Spiegelbild plötzlich was anderes macht, als die Person davor. Oder die gruselige Einstellung von jenseits der Wand, aus dem Spiegel heraus sozusagen.

Allerdings hat der Film zwei entscheidende Schwächen: er hat Längen, und es wird am Ende nichts erklärt. OK, werden die einen sagen, umso besser. Nichts ist schlimmer als ein Film, bei dem alles haarklein erklärt wird, bis auch der letzte Honk kapiert, worum es ging. Ich mag es im allgemeinen auch, mir meine eigenen Gedanken zu machen. Trotzdem lässt The Broken einen

Klassiker: Rashomon (1950)

Geschrieben von Olaf Lux am Samstag, 13. Juni 2009 um 12:48 in Film
Der japanische Film fristet bei uns (mal abgesehen von der jüngsten Anime-Welle) nach wie vor ein Nischen-Dasein, was jedoch angesichts der völlig anderen Kultur und fremdartigen Sichtweise auf die Dinge nicht weiter verwunderlich ist. Dennoch gibt es ein paar japanische Klassiker, Regisseure und Darsteller, die auch unserer westlichen Sichtweise gefällig sind. Akira Kurosawa und Toshiro Mifune zählen zweifellos dazu, und ihre gemeinsamen Werke - allen voran natürlich Die Sieben Samurai - gelten zu Recht zu den einflussreichsten Werken der Filmgeschichte.

Vier Jahre zuvor entstand Rashomon. Eigentlich ein Krimi und Gerichtsfilm, vereint Kurosawa gekonnt philosophische, psychologische und historische Aspekte der Heian-Zeit zu einem heute vielfach zitierten Geflecht von Wahrheit und Lüge, Beobachtung und Spekulation, Gut und Böse. Es gibt lediglich 7 Personen (Bandit, Frau, Samurai, Holzfäller, Mönch, Bürger, Medium), dafür werden gekonnt 3 Handlungsstränge verknüpft (Gegenwart, Gerichtsverhandlung, Verbrechen). Das faszinierende ist die variierende Erzählweise durch die unterschiedlichen Schilderungen der Tat durch die Beteiligten und Zeugen. Mönch und Holzfäller nehmen hierbei die Position des Betrachters ein, die ebenso wenig die Wahrheit erkennen können, wie wir als Zuschauer.

Brillant auch die handwerkliche Perfektion und Ausgewogenheit der Bilder als Einzelne, als auch des Filmes als Ganzes. Wolken, Regen, Wind und Sonne, Bäume, Laubwerk, Holz - nichts wird zufällig eingesetzt, sondern erfüllt immer einen Zweck. Allein die Anfangssequenz strotzt vor Spannung, obwohl man nur 2 Männer unter dem Rashomon-Tor sitzen und in den Regen starren sieht. Oder die Kamerafahrt, die den durch den Wald gehenden, später laufenden Holzfäller begleitet - fantastisch gefilmt. Oder die unterschiedlichen Aussagen vor Gericht, direkt in die Kamera gesprochen. Dazu Kämpfe, die man so sicher

Klassiker: Halloween II – Das Grauen kehrt zurück (1981)

Geschrieben von Olaf Lux am Montag, 4. Mai 2009 um 12:43 in Film
Und weiter mit der John Carpenter-Retrospektive.

Zwar nicht unter der Regie John Carpenters, jedoch unter seinen wachsamen Produzenten-Augen kam nach dem unglaublichen Erfolg von Halloween schon bald ein Nachfolger in die Kinos und eröffnete damit das Rennen um die längsten Horrorfilm-Serien, das bis heute wohl Freitag der 13. anführt.

Eher ungewöhnlich daran ist die Tatsache, dass es tatsächlich eine echte Fortsetzung ist, denn Halloween spielt nicht 1 Jahr später oder so, sondern schließt unmittelbar an Teil 1 an und macht dadurch eigentlich einen 3-Stunden-Film aus Halloween, wenn man sich beide Teile nacheinander anschaut.

Ich hätte Rob Zombie fressen sollen...
Man hatte sich natürlich diese Option wunderbar offengelassen, indem man im ersten Teil Michael Myers am Ende verschwinden ließ. Logisch, dass er also wieder auftaucht und versucht, seine Mission zu Ende zu bringen und Sarah Connor zu terminieren...ääh...ich meine Jamie Lee Curtis aufzuschlitzen. Man weiß zwar immer noch nicht so recht warum, abgesehen davon, dass die beiden sich als Geschwister herausstellen, und wenn ich da an mich und meinen Bruder denke, ist das eigentlich Grund genug, sich ein großes Messer zu besorgen... Dennoch ist Halloween II ganz unterhaltsam, aber bei

Filmtipp: Cleaner (2008)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 17. April 2009 um 20:36 in Film
Hört man das Wort Cleaner, denkt man zunächst an jemanden, der für Geld Leute beseite schafft. Komisch eigentlich, denn meistens schaffen diese Cleaner gar nichts beiseite - im Gegenteil. Sie hinterlassen eine Leiche - und damit meist auch einen Haufen Dreck und Probleme. Tja, und da kommt dann der Cleaner ins Spiel, um den es in diesem Thriller geht.

Samuel L. Jackson entsorgt Leichen. Ganz legal und professionell. Er leitet eine Reinigungsfirma, die dort saubermacht, wo sonst jeder das Weite sucht - an Unfallorten, Sterbebetten und Tatorten - eben dort, wo die Überreste von Verblichenen beseitigt werden müssen. Denn die Polizei oder das Bestattungsunternehmen nimmt zwar den Toten mit, um die Sauerei, die dieser evtl. hinterlässt, dürfen sich die Hinterblieben kümmern. Oder sie bezahlen jemanden dafür, diese eklige Aufgabe zu erledigen. Und Jackson als Ex-Cop hat schon so manches gesehen, den bringen Blut, Schleim und Exkremente nicht mehr aus der Fassung. Er hat zwar einen übertriebenen Sauberkeits- und Ordnungsfimmel entwickelt, aber angesichts dessen, was er so tagtäglich anfassen und wegwischen muss, kann man gut verstehen, dass er sich lieber einmal mehr die Hände wäscht, als zu wenig.

So bekommt er von der örtlichen Polizeistation den Auftrag, die Überreste eines mutmaßlichen (Selbst-)Mordes zu beseitigen, fährt zu der angegebenen Adresse, und ist wenig überrascht, dass die Verwandten sich verpieselt haben. Schlüssel liegt unter dem Blumentopf, Geld auf dem Küchentisch - und auf dem weißen Sofa einen Riesen-Blutfleck. Tja, hier hat sich wohl jemand eine Kugel in den Kopf gejagt. Routine für den Cleaner, der sein Handwerk versteht und in

Filmtipp: Mirrors (2008)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 10. April 2009 um 10:05 in Film
Wie sucht man sich einen Film in der Videothek aus? Entweder weiß man schon, was man will und greift einfach zu. Oder man schaut bei den Neuheiten, was so rausgekommen ist, und entscheidet dann via Titel, Darsteller oder ansprechendem Cover. Oder man ist nicht so risikofreudig und liest sich den Text auf der Rückseite durch, um wenigstens ungefähr zu wissen, ob es sich um eine romantische Liebeskomödie oder einen Zombie-Sience Fiction-Western handelt. Oder so.

Tja, bei Mirrors hätte ich den Klappentext ja gern gelesen, doch die Macher fanden es ungeheuer innovativ und witzig, die Rückseite spiegelverkehrt draufzudrucken. Ich habe es zwar versucht und es war auch möglich, wenigstens die Headlines zu entziffern, aber dann sagte ich mir Schei...ääh...Pustekuchen nochmal und nahm ihn einfach mit. Ok, ich gestehe, ich hatte bereits den Trailer gesehen und Kiefer Sutherland kann man sich eigentlich immer antun.

Und schon waren wir mittendrin in einem Alptraum allererster Kajüte - was sollte man anderes erwarten von Alexandre Aja, der ja mit High Tension einen der brutalsten Schocker überhaupt hingelegt hat. Mirrors spielt jedoch weniger mit Schock- als mit Gruseleffekten - genauso wie ich es mag. Okay, der Plot ist erstmal gewohnt klischeehaft: suspendierter, desillusionierter, von Frau und Kinder rausgeschmissener Cop (Sutherland) heuert als Wachmann in einem Kaufhaus an und begegnet dort seinen Dämonen. Nein, nicht den Kunden, obwohl meine Frau hier wohl anderer Meinung wäre. :-) Das Kaufhaus im bombastischen Baustil ist nämlich schon seit Jahren nach einem Brand, bei dem viele Menschen gestorben sind, geschlossen, im Grunde sollen wohl nur Penner und Halbstarke ferngehalten werden. Und überall gibt es diese großen, großen Spiegel, in denen

Filmtipp: Die Stadt der Blinden (2008)

Geschrieben von Olaf Lux am Mittwoch, 8. April 2009 um 19:57 in Film
Ein Mann steht an der Ampel und fährt einfach nicht weiter. Ärgerlich. Die anderen Autofahrer hupen, meckern, drängeln. Passanten bleiben verwundert stehen und gaffen, versuchen herauszufinden, was da los ist, warum der gute Mann nicht weiterfährt. Aber er kann nicht weiterfahren - er ist blind...

Bereits die Anfangssequenz von Fernando Meirelles' Romanverfilmung Stadt der Blinden gibt das Thema eindringlich wieder - Was passiert, wenn die allgemeinen, alltäglichen Konventionen, Regeln und Abläufe gestört werden? Schon ein einziges Auto, dass bei Grün nicht zügig weiterfährt, führt zu Lärm, Unmut, Diskussionen und Agression. Dieses Thema treibt Meirelles nach und nach auf die Spitze, indem er Menschen plötzlich und grundlos erblinden lässt. Was macht man, wenn niemand helfen kann? Wenn der Augenarzt sagt, so etwas hätte er noch nie erlebt? Wenn eben dieser Augenarzt einen Tag später selbst blind wird?

Meirelles spielt mit den Ängsten der Hilflosigkeit, der Abhängigkeit und einer ungeschönten Hoffnungslosigkeit. Aus der Sicht der einzigen Immunen (Julianne Moore), zeichnet er eine Spirale des Zerfalls sämtlicher Normen und Werte. Zusammengepfercht und weggesperrt in eine ausgediente, verfallene Nervenklinik müssen die Blinden völlig auf sich allein gestellt das Überleben lernen, wobei einzig und allein die einzige Sehende eine gewisse rudimentäre Ordnung überhaupt etablieren kann. Nicht auszudenken, wie das ganze ohne sie ablaufen würde. So besteht wenigstens eine kleine Hoffnung darin, jemanden zu haben, der einem sagt, wo das Essen steht, wo die Toiletten sind - ob es Tag oder Nacht ist. Sie tut allerdings gut daran, niemandem zu verraten, dass sie sehen kann. So wundert sich vielleicht der ein oder andere, warum

Klassiker: Outland - Planet der Verdammten (1981)

Geschrieben von Olaf Lux am Dienstag, 7. April 2009 um 17:30 in Film
Tja, während Snake Plissken (s.u.) sich noch auf der Erde mit New Yorks Gesocks herumschlägt, kriegt es Sean Connery im gleichen Produktionsjahr mit ähnlich üblen Typen auf dem Jupitermond Io zu tun. Bei der dortigen Bergbaustation war nämlich die Stelle des Marshals frei, und nun schlägt er sich mit dubiosen Drogenhändlern herum, deren neuestes Produkt so fröhlich macht, dass man auch schon mal ohne Raumanzug einen Spaziergang an der frischen Luft versucht. Und da das eher ungesund ist, die Stationsleitung jedoch sämtliche Vorfälle als normale Kollateralschäden herunterspielt, sieht sich unser Space-007 plötzlich allein einer korrupten Übermacht gegenüber. Der Stationsleiter bietet ihm noch großzügig eine kleine Augenschließ-Abfindung an, doch Sean Connery hat damit 2 Probleme: erstens ist er ein grundehrlicher Kerl und zweitens wurde er gerade von Frau und Kind verlassen, hat also eine Scheißlaune - und da kommen doch so 2 Profikiller, die man auf ihn ansetzt gerade richtig, um Dampf abzulassen...

Outland wird ja gemeinhin als High Noon im Weltall betitelt, und eine Reihe Parallelen kann man ihm wirklich nicht absprechen, auch wenn der Film nicht in Echtzeit erzählt wird. Dennoch ist das Thema im Prinzip das Gleiche: einsamer Marshal gegen eine Übermacht an Gangstern, die um eine bestimmte Zeit ankommen - und niemand, der ihm hilft. So wird in Outland die Ankunft der Killer mit einer rückwärts laufenden Uhr dramatisiert, und westernlike sind alle mit Schusswaffen ausgestattet statt mit Strahlenpistolen. Was fehlt ist ein ähnlich eindringlicher Soundtrack, aber das hätte nicht zu Set und Look gepasst, der sich eher an Alien orientiert mit seinen funktionalen, technisierten Räumlichkeiten. Nicht zu vergessen

Klassiker: Die Klapperschlange (1981)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 27. März 2009 um 21:12 in Film
Schaut man sich heute Die Klapperschlange an, ist es natürlich ein in die Jahre gekommener Actionfilm mit veralterten Effekten, biederen Actionszenen und überholter Zeitspur, denn die Handlung spielt in 1997, was natürlich fernste Zukunft war, als der Film in die Kinos kam. Dennoch ist die Idee mit Manhattan als riesigem Gefängnis natürlich zeitlos cool und angesichts gleichbleibend hoher Kriminalitätsrate immer noch aktuell und durchaus nachvollziehbar. Die Klapperschlange hat in Stil, Look und Tenor Genre-Klassikern wie Running Man oder Blade Runner den Weg geebnet, sich gleichzeitig aber auch vor Dystopien wie Soylent Green oder I am Legend verbeugt.

Nenn mich Mike - Stuntman Mike!
Außerdem wartet John Carpenter eine beeindruckende Besetzungsliste auf - allen voran sein Lieblingsheld Kurt Russell als Snake Plissken. Dieser Name allein ist doch Kult. Dazu der ultracoole Look mit Augenklappe, eng anliegendem Outfit und Schlangentattoo - so werden Action-Ikonen geboren. Dazu noch Lee Van Cleef als zwielichtiger Militär, der das gewisse Etwas zwischen Arsch und Mentor treffend verkörpert. Nicht zu vergessen Carpenters Lieblingsriege mit Donald Pleasence als Präsident, Tom Atkins, dem Chuck Norris unter den B-Movie-Helden, Harry Dean Stanton als Brain, Ernest Borgnine als Cabby und Adrienne Barbeau, die nie draller war. Isaac Hayes als Bösewicht war ein Versuch, aber nicht die beste Wahl, dafür bringt der völlig unbekannte Frank Doubleday als Kinski-Klon die nötige Psychopatie mit, um sehr präsent zu wirken. Als Carpenter-Fan erinnert man sich natürlich daran, dass eben dieser Frank Doubleday den Gangleader in Das Ende verkörpert hat, der kaltblütig das kleine Mädchen hinrichtet. Ein Unsympath allererster Güte halt...
Gestatten, Kinski Harkonnen


Überhaupt klaut Carpenter prima bei sich selbst, wenn er die wilden Gangsterhorden durch Fenster, Türen und Wände

Filmtipp: Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (2007)

Geschrieben von Olaf Lux am Samstag, 14. März 2009 um 16:37 in Film
Dass Kevin Costner den Bösen mimt, kommt ja eher selten vor. Er hat zwar schon Verbrecher gespielt, doch so richtig böse war er höchstens in Crime is King. Hier jedoch spielt er Mr. Brooks - einen eiskalten Serienkiller, der hinter der Fassade des soliden Geschäftsmannes und Familienvaters ungeahnte Triebe auslebt, indem er perfekte Morde begeht und anschließend sämtliche Beweise vernichtet. Seit Jahren schon führt er die Polizei im allgemeinen und Demi Moore im speziellen an der Nase herum - man nennt ihn den Daumenabdruck-Killer.

Ihm ist natürlich klar, dass Leute Töten pfuibah ist, und eigentlich will er es ja auch gar nicht, wenn...ja, wenn da nicht das Teufelchen in Gestalt William Hurts auf seiner Rückbank sitzen und ihm Böses einflüstern würde...
Eine Geniale Idee, der Ambivalenz des Mörders ein Gesicht und eine Stimme zu geben, und auch ein bisschen spooky, wenn Hurt immer wieder auftaucht - unsichtbar für alle anderen - und Kostner sagt, was er wirklich tun will. Schade, dass die Erscheinung, die sogar einen Namen hat, nicht weiter erklärt wird.

Es gelingt Kostner problemlos, selbst einem Serienkiller Tiefe einzuhauchen und man erschrickt ein bisschen davor, dass man sich so einfach mit ihm identifizieren kann. Demi Moore als millionenschwere Polizistin mit Scheidungsproblemen wirkt

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