Filmtipp: Bruchreif (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Montag, 14. Juni 2010 um 14:27 in Film
Roger Barlow (Christopher Walken) ist verliebt. Unsterblich verliebt in eine unbekannte Schöne, und seine Ehefrau weiß nichts davon. Jeden Tag, wenn er zur Arbeit geht, himmelt er stundenlang seine Angebetete an, er kann einfach die Augen nicht von ihr lassen. Doch plötzlich und unvermittelt bricht seine Welt um ihn zusammen - seine große Liebe soll verliehen werden - und auch noch nach Dänemark!

Natürlich ist Roger ein grundehrlicher, treuer Mann, der keineswegs seine Frau nicht liebt oder fremdgeht. Nein, er hat sich nur unsterblich verliebt - in ein Bild! In das Bild einer jungen Frau eines wenig bekannten Malers, welches in dem Museum hängt, in dem er als Wachmann arbeitet, und welches nun im Rahmen eines Kunstaustausches für unbestimmte Zeit nach Dänemark gehen soll. Ebenso wie der Großteil der restlichen Kunstwerke in dem Museum. Und so fällt ihm plötzlich sein Kollege Sam (Morgan Freeman) auf, der leise weinend vor dem Bild einer Frau mit ihren Katzen steht, ebenso unglücklich darüber, "sein Kunstwerk" zu verlieren. Als die beiden dann noch auf einem Überwachungsvideo den Nachtwächter George (William H. Macy) entdecken, wie dieser nachts heimlich nackt um die Bronzestatue eines Jünglings tanzt, wissen sie, sie sind nicht allein mit ihren Obsessionen.

Und sie müssen unbedingt etwas unternehmen.

Bruchreif schwankt zwischen den Genres Komödie, Drama und Einbruchsthriller hin und her, bleibt aber zu jedem Zeitpunkt liebenswert, aber leider auch vorhersehbar. Natürlich haben es die Museumsmitarbeiter nicht allzu schwer, einen Kunstraub im eigenen Hause zu planen, doch das Alter und ihr Gewissen kommen ihnen mehr als einmal in die Quere. Dazu müssen noch skeptische Ehefrauen, misstrauische Möbelpacker und nackte Ex-Marines überwunden werden. Die drei Filmgrößen stellen ihre Parts treffend dar, vor allem

Filmtipp: The Code - Vertraue keinem Dieb (2009)

Geschrieben von Olaf Lux am Samstag, 10. April 2010 um 21:42 in Film
Manchmal komisch, wenn Schauspiel-Größen wie Morgan Freeman und Antonio Banderas in Filmen mitspielen, die dann gar nicht ins Kino kommen, sondern klammheimlich irgendwann als DVD-Release in der Videothek stehen und man hat niemals vorher von ihnen gehört. Andererseits aber auch schön, ab und zu mal einen Film zu finden, den man völlig unvoreingenommen ansehen kann, ohne durch Trailer, Kritiken und Promotion schon vorher zu wissen, wie er ausgeht. Auch wenn dieser Film nicht immer perfekt ist.

The Code ist ein Gaunerfilm, ein Rififi-Thriller über zwei Diebe, die gemeinsam einen unmöglichen Coup abziehen wollen. Morgan Freeman, der weise Gentleman-Dieb, der schon alles gesehen und gemacht hat, Antonio Banderas als cleverer Heißsporn, der auch mal ein Risiko eingeht. Zusammen wollen sie in einen megasicheren Tresor einbrechen, um 2 Fabergè-Eier zu stehlen. Dazu müssen sie nicht nur unzählige Sicherheitssperren überwinden, sondern sich auch mit russischen Wachleuten und hartnäckigen Cops herumschlagen. Robert Forster ist der Detective, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, Morgan Freeman das Handwerk zu legen. Und er ahnt, dass hier was im Busche ist...

Leider muss man sagen, dass The Code zwar unterhaltsam, aber nicht besonderes originell ist. Filme über ausgeklügelte Einbrüche gibt es viele, und da ist es natürlich logisch, dass dieselben Zutaten auch hier auftauchen. Handscanner, Stimmerkennung, Infrarotstrahlen, Stahltüren und Sicherheitscodes - all das mussten schon andere überlisten, um an das große Geld oder den wertvollen Kunstschatz zu gelangen. So auch hier, wobei es natürlich alles etwas modern und zeitgemäß abläuft - ein 2-stündiger Werbespot

Filmtipp: City Of Ember (2008)

Geschrieben von Olaf Lux am Montag, 5. April 2010 um 14:27 in Film
Die Erde ist am Ende, und um die Menschheit zu retten wird tief unter der Erde die Stadt Ember erbaut. Hier sollen die Menschen überleben, bis sie wieder an die Oberfläche kommen können. Und damit dies nicht zu früh geschieht, wird der Weg nach oben in einer geheimen Schatulle verwahrt, die sich automatisch nach 200 Jahren öffnet, um den Menschen in Ember den Weg zurück ans Licht zu zeigen. Blöd nur, wenn diese Schatulle nach 200 Jahren irgendwo im hintersten Schrank liegt und niemand bemerkt, dass sie aufgeht...

City of Ember (=Glut) ist ein unterhaltsamer Fantasyfilm, der mal wieder mit der Idee der unbewohnbaren Welt spielt, aber statt in die weiten des Weltalls in die Tiefe der Erde führt. Und diese Idee funktioniert überraschend gut. Okay, dass Konservendosen nicht 200 Jahre haltbar bleiben...obwohl, hat das mal jemand ausprobiert? Das habe ich mich schon bei Eve und der letzte Gentleman gefragt. Aber egal, es gibt ja auch Gewächshäuser, irgendwie haben sie es halt geschafft. Dennoch gibt der Generator, der die Stadt mit Strom und Licht versorgt, nun langsam den Geist auf, und die größte Angst der Bewohner, dass es für immer dunkel wird, ist durchaus begründet. Zum Glück gibt es junge Menschen wie Lina und Doon, die von sich aus auf die Idee kommen, dass es so nicht weitergehen kann, und dass es einen Weg nach draußen geben muss. Und so begeben sie sich auf die Suche, wobei ihnen die Entdeckung einer seltsamen Schatulle zugute

Film-Remakes: Gutes vom Vortag oder doch nur aufgewärmt?

Geschrieben von Olaf Lux am Sonntag, 2. August 2009 um 20:43 in Film
Remakes von Filmen sind ja generell ein heikles Thema.

Einige sind gut, einige schlecht, bei manchen Filmen machen sie Sinn, bei anderen überhaupt nicht. Oftmals scheinen Remakes mangels neuer Ideen aus der Schublade geholt zu werden, man spart viel Zeit und Arbeit und kann bei der Vorlage wunderbar klauen. Andererseits kann ein Film, der früher mehr schlecht als recht realisierbar war, mit heutigen Mitteln vielleicht viel interessanter inszeniert werden - Titanic zum Beispiel. Und dann kommt es immer noch drauf an, ob man überhaupt weiß bzw. bemerkt, dass es sich um eine Neuverfilmung handelt. Gutes Beispiel: I am Legend (2007). Jüngere Kinogänger werden kaum noch die 1971er Verfilmung Der Omegamann mit Charlten Heston kennen. Und selbst Cineasten reiferen Alters wissen bestimmt nicht alle, dass auch das ein Remake war von The Last Man on Earth mit Vincent Price aus 1963. Und dass es 2007 noch eine Adaption namens I am Omega mit Mark Dacascos gab. Sicher lässt sich das heutzutage relativ schnell und problemlos recherchieren, doch wer macht sich schon die Mühe, jeden Film auf etwaige Vorgänger hin zu überprüfen und sich womöglich diese alten Schinken noch zu besorgen und vorab anzuschauen......OK, ich.

Ziemlich sinnlos finde ich Remakes, die die Vorlage 1 zu 1 kopieren, wie z.B. Psycho. Mit Original Filmmusik, dem Original-Script, fast jede Einstellung nachzustellen, nur halt mit neueren Darstellern und in Farbe - was bringt das? Wenn der Ursprungsfilm genial ist, kann ein Remake doch nur lahm sein. Andere Beispiele: Nachtwache und Funny Games oder The Ring. Wirklich gute europäische oder asiatische Filme, die dann für den amerikanischen Markt nochmal nachgedreht werden, teilweise sogar vom gleichen Regisseur. Und nur, damit Tom, Dick and Harry sich bloß nichts ausländisches ansehen müssen. Als würde man in Deutschland Krieg der Sterne nochmal nachdrehen mit

Filmtipp: Ice Age 3: Die Dinosaurier sind los 3D

Geschrieben von Olaf Lux am Donnerstag, 16. Juli 2009 um 19:02 in Film
Ice Age 1 + 2 waren ja ganz kurzweilig, wieso also nicht auch den dritten Teil anschauen, noch dazu, wo es ihn als 3D-Version gibt. Schließlich hatte mein Kollege Olaf so davon geschwärmt. Also auf einem Mittwochabend ins nächste Kinoplex. Hmm, ziemlich viel los hier für einen Mittwochabend. Am Schalter schaut mich eine junge Dame fragend an, ich sage:

Ice Age 3D bitte!

Sie schmunzelt.
Wann denn? fragt sie mich süffig.

Äh, jetzt vielleicht? 19Uhr?

Sie grinst breit.
Und wieviele Karten? Sie muss beinahe lachen.

Vier!? sage ich knapp.

Sie lacht laut, ruft ihre Kollegen zu sich, man zeigt mit dem Finger auf uns und haut sich auf die Schenkel.

Langer Schreibe kurzer Sinn, der Film war total ausverkauft, 3 einzelne Plätze hätte ich noch haben können, ebenso die Vorstellungen um 21 und 23 Uhr. Wir haben das ganze dann um eine Woche verschoben und rechtzeitig vorbestellt.

Und ich muss jetzt sagen - ich kann es verstehen. Den Film in 3D zu sehen ist eine fantastische Filmerfahrung, die ich nur empfehlen kann. Warum sollte man sich den Film normal anschauen, wenn man ihn in dieser einmalig plastischen Version sehen kann? Vom

Filmtipp: Gran Torino (2008)

Geschrieben von Olaf Lux am Sonntag, 12. Juli 2009 um 02:04 in Film
Mal ehrlich, wie blöd muss man sein, Clint Eastwood auf seinem eigenen Rasen dumm zu kommen. Tja, die Jugendgang, die das versucht, scheint noch nie von Dirty Harry oder dem Pale Rider gehört zu haben, andernfalls hätten die Jungs sich flugs verpieselt und unter dem nächsten Stein verkrochen, anstatt auf dicke Hose zu machen. Mächtig böser Fehler.

Gran Torino, der letzte Geniestreich des Altmeisters, ist ein Film über Rassismus und Toleranz, über Vorurteile und Vergebung, über Nachbarschaft und Glauben, über das Altsein und das Erwachsen werden, über Famile und Freundschaft. Und über noch vieles mehr. Und Eastwood trägt die packende Story mühelos auf seinen alt gewordenen Schultern. Sein Gesicht, verbittert und zerfurcht, scheint all die Schießereien, die Gewalt, die Kriege und Verbrechen widerzuspiegeln, die Eastwood in all den Jahren in all den Rollen gesehen und erlebt hat. Mit stechenden Augen und knarziger Stimme scheißt er auf die ganze Welt, nicht mal die eigene Famile hält es lange bei ihm aus, und so fristet der Griesgram einsam und allein seine Tage, und will doch eigentlich nur in Ruhe auf der Veranda sitzen und ein Bierchen zischen. Wenn, ja wenn da nicht diese verfluchten Schlitzaugen nebenan wären...

Der Film besticht durch eine unglaubliche Intensität, witzige Dialoge und in den Bart genuschelte Beleidigungen, die einen laut lachen lassen. Allein die Besuche beim Frisör - Brüller. Oder die Nachbars-Oma, die ebenso flucht, nörgelt und spuckt wie Eastwood, nur asiatisch eben - köstlich. Natürlich bleibt es nicht bei der kurzweiligen Annäherung fremder Kulturen, unterschiedlicher Lebensweisen und riesiger Altersunterschiede. Dazu sind die Gangmitglieder einfach zu verbohrt, um ein gut gemeintes "lass dich noch einmal hier blicken und ich reiß dir den Arsch auf" anzunehmen und ihr Leben zu überdenken. Und so muss Opa Eastwood wohl doch nochmal

Filmtipp: Australia (2008)

Geschrieben von Olaf Lux am Donnerstag, 11. Juni 2009 um 00:28 in Film
Hmm, man stelle sich einen Film namens Amerika vor, in dem es fast 3 Stunden nur darum geht, ob der smarte Cowboy Brad Pitt die spröde aber hübsche Großgrundbesitzerwitwe Sandra Bullock am Ende bekommt, und ob der böse Rinderbaron Donald Sutherland am Ende seine gerechte Strafe erhält, weil er halt böse ist. Ansonsten zeigt man, wie Rinder durchs Land getrieben, Indianer diskriminiert und ein kleiner Hafen samt Stadt weit weg von Pearl Habour von den Japanern zerbombt werden. Hmm, klingt etwas dünn, oder?

Und genau das ist Australia - ein 166min langer Outback-Liebes-Kriegs-Drama mit schönen Landschaftsaufnahmen und einer etwas dünnen Story. Statt den o.g. Stars sehen wir Nicole Kidman und Hugh Jackman als Anschmachtpärchen, den fiesen Bryan Brown (der am Ende seine gerechte Strafe bekommt), Rinder, die durchs Land getrieben, Aborigines, die diskriminiert und ein kleiner Hafen nebst Stadt, die von Japanern zerbombt werden. Ihr seht, worauf ich hinaus will...

Der Film ist schon unterhaltsam und an gewissen Stellen auch spannend - leider liegt das eher selten an den
Messer? Das ist doch kein Messer...
Hauptdarstellern, sondern vielmehr an den hervorragenden Darstellern der Aborigines, allen voran der kleine Brandon Walters, der als Erzähler regelrecht den Film auf seinen zarten Schultern trägt, und natürlich Legende David Gulpilil, der durch seine stoische Art schon in Crocodile Dundee oder Long Walk Home beeindruckte. Das bei Australia nur angedeutete Problem der Mischlingskinder wurde dort übrigens wesentlich tiefer und aufwühlender beleuchtet.

Was auf die Dauer wirklich etwas nervt, ist dieses Musikthema "Somewhere over the Rainbow", das nicht nur gekünstelt, sondern auch total kitschig rüberkommt. Ansonsten lebt der Film natürlich vom "sexiest man alive", der mal

Filmtipp: Shortcut to Happiness (2004)

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 5. Juni 2009 um 14:38 in Film
Der Teufel und Daniel Webster gilt als einer der bedeutendsten Fantasy-Filme der 40er-Jahre, ein expressionistisches Juwel der Zeit, dramatisch erzählt und mit Oscar-prämierter Musik. Im Grunde die alte Geschichte vom Faust, der versucht, mit dem Teufel einen Vertrag zu schließen. Daraus ließe sich doch sicher auch im moderneren Gewand ein guter Film machen, dachte sich wohl Alec Baldwin, und wagte sich an seine erste Regiearbeit. Um das Debut in trockende Tücher zu legen, übernahm er kurzerhand die Hauptrolle selbst, engagierte dazu Anthony Hopkins, seinen alten Rivalen aus Auf Messers Schneide, garnierte die Nebenrollen mit Größen wie Dan Aykroyd, Kim Cattrall und Jennifer Love Hewitt - fertig ist der Kassenschlager namens Shortcut to Happiness!

Tja, leider nicht, denn was wir uns da mühsam 2 Stunden lang angeschaut haben, hat mit der Vorlage nicht mehr viel gemein. Stattdessen hangelt man sich durch eine Komödie à la Teuflisch, in der der Teufel ein sexy Weib ist, Anthony Hopkins nur gegen Ende einige längere Szenen hat und Alec Baldwin ernsthaft versucht, eine Person zu spielen, die im Verlauf des Filmes 15 Jahre älter wird.

Ich meine, habt Ihr Euch Alec Baldwin in letzter Zeit mal angesehen? Also, den alt gewordenen Typen kann er ja noch gut darstellen, aber den jungen, erfolglosen Single - ich bitte Euch. Aber auch alle anderen Figuren des Films sieht man in keinster Weise an, dass so ein langer Zeitraum verstreichen würde. Da dies aber zum zentralen Thema des Films gehört, stört es

Filmtipp: Burn After Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger? (2008)

Geschrieben von Olaf Lux am Sonntag, 12. April 2009 um 11:58 in Film
Ach, man gibt ihnen ja immer wieder eine Chance, aber die Coen-Brüder wissen ebensogut zu enttäuschen, wie sie früher begeistern konnten. Ehrlich gesagt verstehe ich die positiven Kritiken zu Burn after Reading nicht, der Film ist öde, langweilig und doof. Ich glaube, das muss so etwas wie antizyklische Kritik sein, die da fabriziert wird, nach dem Motto: der Film ist blöd = ich muss eine gute Kritik schreiben oder der Film ist unterhaltsam oder ein Box Office-Erfolg = ich muss ihn verreißen. Wenn jedenfalls ein Film, der gemeinhin als Agentenkomödie betitelt wird, mich nach 30min das erste mal milde Schmunzeln lässt, dann kann er doch nicht wirklich witzig sein.

Ok, Brad Pitt mal außen vor, der spielt den zappeligen Fitnessstudio-Trainer schon ganz witzig. Aber alle anderen sind sowas von uninteressant. Und ich meine hier Größen wie John Malkovich und George Clooney. Und immer wieder Frances McDormand, laangweilig. Anfangs so cool und frisch und innovativ, drehen die Coen-Brüder sich mittlerweile echt nur noch im Kreis.

Was soll ich noch sagen? Es gibt ein, zwei lustige Szenen mit Brat Pitt, ansonsten viel seichtes Gelaber über Beziehungen und Scheidungen, achja, und die "Überraschung" von George Clooney. Die ist wirklich überraschend. Man kann aber ganz gut weiterleben, wenn man den Film nicht sieht oder ihn gleich wieder vergisst - Burn after Seeing sozusagen...

Klaus Schulze: DVD Rheingold - Live at the Loreley 2008

Geschrieben von Olaf Lux am Montag, 1. Dezember 2008 um 19:49 in Klaus Schulze
1) Alberich 24:54
2) Loreley 39:35
3) Wotan 10:03
4) Wellgunde 14:56
5) Nothung 11:20
6) Nibelungen 31:27

Wenn ein Künstler wie Klaus Schulze nach über 40 Jahren die erste (richtige) DVD herausbringt, erwartet man schon etwas Besonderes. Und mit der Deluxe Edition von Rheingold hat man auch wirklich etwas Besonderes in Händen. Eine Doppel-DVD des Live-Konzertes inkl. 1std. Making of inkl. 1std. Interview inkl. Doppel-CD inkl. Bonus-Track, verpackt in eine geschmackvoll gestaltete DVD-Klapphülle im Schuber, schönes Artwork, Booklet mit vielen Fotos, Infos und Texten. Macht schon was her - und das bereits, ohne einen der Silberlinge herausgenommen zu haben.

Und was erwartet man von einem Künstler, dessen Musik prädestiniert wenn nicht sogar darauf angewiesen ist, klanglich Maßstäbe zu setzen - natürlich einen Surround-Sound der Extraklasse. Und als Augenzeuge des Konzertes kann ich sagen - wow! Die ganze Atmosphäre, das Feeling, die Klangteppiche, die kristallklare Stimme von Lisa Gerrard - alles findet sich relativ unbearbeitet und authentisch auf der ersten DVD. Knapp 2 Stunden der anspruchvollsten elektronischen Musik, gepaart mit Lisas beeindruckender Stimme, gewürzt mit Klaus' Herz erwärmenden Zwischenbemerkungen, Gesten, Grimassen für die wir ihn ebenso lieben, wie für seine Musik.

Man stelle sich nur einmal vor, nach 7-jähriger Bühnenabstinenz vor ein Publikum zu treten, ohne eigentlich zu wissen, welche Musik man spielen wird. Sicher hat Klaus seine Sequenzen vorbereitet, seine Presets programmiert und vielleicht auch schon eine Vorstellung im Hinterkopf, wie er anfangen wird - doch wohin es ihn dann führt, weiß er selbst nicht so genau. Mal ist die Stimmung für eine längere Einleitung gut, mal kommt er lieber gleich zur Sache, mal sind die Zuhörer unkonzentriert, mal kann man die berühmte Stecknadel fallen hören. Dann noch im Zusammenspiel mit einer außergewöhnlichen Sängerin wie Lisa

Radioaktivität 2 - Ihr geht mir auf den Sender

Geschrieben von Olaf Lux am Freitag, 28. November 2008 um 21:14 in Allgemein
Ich habe Angst.

Wenn ich gewusst hätte, was ich mit meinem Artikel gegen die Radiosender auslösen würde, hätte ich lieber geschwiegen und stumm gelitten. Wie hätte ich vorhersehen können, dass die Radio-Industrie den Fehdehandschuh derart rasch aufnimmt und mir mit aller Macht zurückschleudert. Doch was ich nicht für möglich gehalten hatte ist tatsächlich Realität geworden - Radiohören ist noch unerträglicher geworden. Und was mich noch tiefer trifft - ich kann immer noch nichts, aber auch gar nichts dagegen tun...

Was ist passiert? Nun, das Radioprogramm ist so schlecht und schlimm wie vorher. Nervige Moderatoren, unerträgliche Eigenwerbungsjingles und -slogans, Einheitsbrei-Musikauswahl, dämliche Werbeblöcke und brechreizerzeugende Gewinnspiele. Aber nun alles noch eine Stufe schlechter, nerviger, unerträglicher, blöder.

Allein die Moderatoren. Klar, die müssen fröhlich, gut gelaunt und engagiert klingen, auch morgens um 5, auch wenn sie zum 1000ten Mal das Gleiche sagen, auch wenn sie frühmorgens Leute aus dem Schlaf klingeln, um sie als dämlich hinzustellen, weil sie sich nicht mit Ich höre Hit-Radio Antenne oder Na denn, FFN oder Guten Morgen Radio Westfalica melden. Ich wundere mich immer, dass die Leute dann nicht antworten "Du XXXXX, bist Du XXXXXX mich um diese Uhrzeit anzurufen? Ich komm gleich in den Sender und XXXXX Dir den XXXXX auf, und dann fahr ich zu Dir nach Hause, XXXXXX Deine Frau und XXXXXXX Deine verXXXX Katze aus dem XXXXXXX Fenster, Du XXXXXXXXX..." Tja, aber da fiel mir ein, dass die Telefonate bestimmt vorher aufgezeichnet werden, damit sowas nicht passieren kann. Und danach fiel mir ein: Moment mal...wenn dieser Anruf eine Aufzeichnung ist, dann kann es genausogut ein Fake sein. Und wenn man mal drüber nachdenkt, ist es eigentlich klar - diese Gewinnspiel-Gewinner gibt es gar nicht! Das ist inszeniert, damit die dummen Hörer glauben, sie hätten wirklich die Chance 50.000 EUR zu gewinnen. Haben sie

Klaus Schulze - Live in Berlin 2008

Geschrieben von Olaf Lux am Samstag, 15. November 2008 um 00:18 in Klaus Schulze
Nach dem unglaublichen Double Feature von Tangerine Dream und Klaus Schulze beim Night of the Prog Festival auf der Loreley konnte ich mir unmöglich ein weiteres KS-Konzert in Berlin entgehen lassen, noch dazu, weil ich es mit einem Besuch bei meinem besten Freund Björn verbinden konnte. Er musste natürlich mit, und obwohl kein wirklicher Kenner der "Old School Berliner Schule", war ich mir sicher, dass auch er die Show genießen würde.

Trotz kleinerer Startschwierigkeiten - mein Zug hatte Verspätung, so dass ich erst um 20.15 Uhr in Berlin ankam, das Konzert jedoch bereits um 20 Uhr beginnen sollte - kamen wir dennoch rechtzeitig im Schillertheater an, wenn wir auch den größten Teil der Vorgruppe Solar Moon verpasst haben. Schade, denn was wir noch mitbekamen, hörte sich angenehm entspannt und trotzdem rythmisch an - hervorragend nach dem Anreise-Stress.

Danach gabs schon die erste Pause, so dass wir nochmal ganz relaxt etwas trinken und uns über das Bevorstehende austauschen konnten. Das Publikum war ungewöhnlich bunt gemischt, jung und alt, Männlein und Weiblein, Anzug und Kutte - alles war vertreten, von der auf 40 geschminkten 60-jährigen mit Kunstpelz-Stola bis zum vollbärtigen Hot Pants-Träger in Stöckelschuhen (!). Etwas skeptisch war ich dann schon, wie Klaus wohl ankommen würde, wusste ich doch, dass den KS-Circle, den offiziellen Newsletter zu Klaus Schulze, ausschließlich Männer beziehen. Auch lernte ich durch Erfahrung, dass Frauen meist wenig bis gar nichts mit dieser Art von Musik anfangen können. Ich befürchtete schon, ein Drittel des Publikums erwartete etwas völlig anderes oder hatte ein Abo und schaut sich sowieso alles an, ob es nun Klaus Lage, Klaus Schulze oder Klaus&Klaus heißt. Aber ich sollte mich irren, das gesamte Publikum folgte aufmerksam und konzentriert dem Konzert, niemand verließ mittendrin die Vorstellung und der Applaus zum Schluss konnte sich durchaus hören lassen. Doch ich greife vor...

Klaus Schulze & Lisa Gerrard

Klaus begann mit einem kleinen Trick, den er, wie er später gestand, gerne in Theatern anwendet - er begann zu spielen, bevor der Vorhang sich hob. Das hatte eine interessante, spannende Wirkung, wenn diese auch etwas in Spaß verpuffte, als der Vorhang nach 1,50m stoppte und man nur einen kopflosen Klaus zu sehen bekam. Doch diese Panne wehrte nur

Klassiker: Zeit des Erwachens (1990)

Geschrieben von Olaf Lux am Samstag, 8. November 2008 um 14:18 in Film
Das Ergreifende an Zeit des Erwachens ist die Tatsache, dass es wirklich so ähnlich passiert ist. Dass es Menschen gab, die Jahre, Jahrzehnte lang im eigenen Körper gefangen waren, ohne sich der Umwelt mitteilen zu können. Lebendig begraben im eigenen Gehirn. Eine gruselige Vorstellung.

Eine beeindruckende Vorstellung Robert De Niros, der sich wie gewohnt lange mit den Tatsachen der Erkrankung vertraut gemacht hat und die Bewegungen und Haltungen wirklich Betroffener erschreckend authentisch nachahmt. Doch auch die anderen Darsteller der Patienten sind durchweg überzeugend, und die Vorstellung, in solch einem Krankenhaus Dienst zu tun, weckt dann doch klaustrophobische Gefühle aus. Man kann daher Robin Williams als Neuling unter der Ärzteschaft wirklich gut verstehen und nachvollziehen, warum es ihm anfangs so schwer fällt, mit den Patienten umzugehen. Er stellt den typischen Wissenschaftler-Geek dar, der zwar als Arzt promoviert hat, sich danach jedoch ausschließlich mit Forschung beschäftigt hat. Und nun sieht er sich mit echten Menschen, echten Patienten konfrontiert - die auch noch zu den Schwerstfällen überhaupt zählen. Eine wirkliche Herausforderung für einen schüchternen, in sich gekehrten Einzelgänger...

Zeit des Erwachens besticht durch eine hervorragende Regie, einer überzeugenden Ausstattung und dem genialen Spiel Williams' und De Niros. Und durch die Balance von hell und dunkel, von Humor und Drama, die sich durch den gesamten Film

Filmtipp: Mein Freund der Wasserdrache (2007)

Geschrieben von Olaf Lux am Mittwoch, 24. September 2008 um 21:23 in Film
Endlich der Beweis - das berühmte Foto von Nessie ist eine Fälschung! Was natürlich nicht bedeutet, es gäbe keine Seeungeheuer. Wer allerdings die Wahrheit über diese ganze Geschichte hören möchte, muss sich schon nach Schottland begeben und dem alten Angus im örtlichen Pub ganz hinten ein Ale ausgeben - vielleicht erzählt er Euch ja dann, wie es wirklich war...

Während des Krieges findet der kleine Angus ein Ei zwischen den Klippen, aus dem schon bald ein kleines wiederspenstiges Wesen schlüpft, dass irgendwie gar nicht wie ein bekanntes Tier aussieht. Es hat ständig Hunger, mag es Unruhe zu stiften und wächst über Nacht auch schon mal um ein paar Meter - kurz es ist ein Wasserdrache. Angus zieht es mithilfe seiner älteren Schwester groß, immer in der Gefahr, von Mama oder den stationierten Soldaten entdeckt zu werden. Irgendwann wird klar - die Seeschlange muss ins Meer, um glücklich zu werden. Doch bis dahin müssen noch kläffende Tölen, gierige Jäger, obskure deutsche U-Boote und übereifrige Haubitzenschützen überwunden werden...

Mein Freund der Wasserdrache ist ein unterhaltsamer Abenteuer- und Märchenfilm für Groß und Klein, der zwar nicht wirklich Neues bringt, aber dennoch Spaß macht. Kleine Kinder und Tiere - was kann man da falsch machen. Der Wasserdrache

Filmtipp: In 80 Tagen um die Welt (2004)

Geschrieben von Olaf Lux am Dienstag, 9. September 2008 um 20:42 in Film
Wie um alles in der zu umrundenden Welt packt man Jackie Chan in einen allzu westlichen Romanstoff, der auch schon zu Genüge mit David Niven (1956) und Pierce Brosnan (1989) verfilmt wurde? Ganz einfach, schließlich liegt China auf der Route, also gibt man Jackie Chan die (vermeintliche) Nebenrolle des eifrigen Dieners Passepartout, der gerade die Bank von England überfallen hat und nun eine Mitfahrgelegenheit ins Land des Lächelns sucht. Steve Coogan als Phileas Fogg nimmt den unerschrockenen Chinesen gern in seine Dienste, braucht er doch sowieso Ersatz für den letzten angesichts seiner verrückten Erfindungen entschwundenen Angestellten.

Und so geht es via französische Ateliers, orientale Expresse, indische Märkte und chinesische Dörfer bis nach Amerika, und von da aus ist es ja sowieso ein Klacks. Tja, wären unterwegs nicht korrupte Bobbys, intrigante Triaden, steirische Türken und die zerrinnende Zeit zu überwinden.

Ein vergnüglicher Abenteuer-, Spaß- und Action-Film mit kindgerechten Kung Fu-Einlagen des Drunken Master, skurrilen

O-Ton des Tages

"Ich glaube nicht, dass verheiratete Männer länger leben als Frauen, es kommt ihnen nur länger vor."
Sir Peter Ustinov

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