Jeder kennt es: man kommt aus dem Supermarkt und an der Autotür steckt ein buntes Plastikkärtchen mit dem Text
Wolle Auto verkaufe? und einer Handynummer. Vor ein paar Jahren fing das an, wurde langsam immer mehr, und mittlerweile vergehen selbst in unserem kleinen Städtchen kaum 3 Tage, an denen nicht mindestens eins von diesen Kärtchen auf mich wartet.
Und die Jungs sind schnell. Man springt nur kurz in die Apotheke - zack - gelbes Kärtchen an der Tür. Man gibt schnell ein Paket bei der Post ab - tadaa - noch ein Kärtchen, diesmal ein blaues. Aber ich habe noch nie einen von denen gesehen. Die müssen getarnt in großen Gruppen arbeiten - anders kann ich mir nicht erklären, wie sie innerhalb von Minuten ganze Kaufhausparkplätze mit diesen Werbezettelchen versorgen können.
Anfangs dachte ich auch noch, die wollen wirklich Autos kaufen. Blöd, ich weiß. Dass dem nicht so ist, fand ich durch eigene Initiative heraus. Ich wollte nämlich tatsächlich vor einigen Jahren mein in die Jahre

gekommenes Gefährt Marke Toyota Corolla loswerden und kramte zwei von diesen Kärtchen hervor, die ich damals noch nicht sofort in den Müll warf. Bei der Nummer von dem roten Kärtchen ging nur eine Mailbox dran - das fand ich dann doch zu unpersönlich. Schließlich ging es um den hochernsten Fall der Eigentumsübertragung eines zugelassenen Kfz. Also versuchte ich es mit dem blauen Kartönchen und höre da, eine gebrochen Deutsch sprechende Stimme meldete sich und bot mir pauschal 300EUR für mein Auto. Marke, Alter, Tachostand, Alufelgen, Sportspoiler, Wackelelvis - alles nebensächlich.
300EUR, nehmen oder nix kaufe. Och nö, dachte ich und sagte, ich würde es mir überlegen. Hab ich auch.
Und so kam ich auf den wirklichen Zweck dieser Ankauf-Kärtchen. Ich kanns zwar nicht beweisen, aber ich glaube, an meiner Theorie ist was wahres dran.
Die Dinger sind ein Alibi. Ein Alibi für Autoknacker und Diebe. Man muss sich doch nur mal vorstellen, da geht einer einen kompletten Parkplatz ab und probiert bei jedem Auto, ob die Tür zufällig offen ist. Wir würden uns das eine